Der Duft der Kreativität: So arbeiten Parfümeure
Manuela komponiert Düfte für Shampoos und Waschmittel. Mit ihrer Nase, einem Computer und über 1200 Duftstoffen erschafft sie täglich neue Aromen – ein seltener und faszinierender Beruf.
Parfümeure sind künstlerische Chemiker: Sie mischen Düfte nicht für teure Flakons, sondern für alltägliche Produkte wie Reinigungsmittel, Duschgel oder Weichspüler. Manuela arbeitet seit 30 Jahren bei einem großen Konsumgüterhersteller und hat sich dabei zur Expertin entwickelt. Ihre Aufgabe beginnt damit, dass sie mithilfe von Papierstreifen verschiedene Aromen testet und mental ihre Kreationen zusammensetzt – ähnlich wie ein Künstler Farben mischt.
Die Arbeit folgt dabei einem bewährten System: Jeder Duft besteht aus drei Komponenten. Die Kopfnote vermittelt den ersten Eindruck und verfliegt schnell, die Herznote bildet das intensive Herzstück, und die Basisnote sorgt für Langzeitwirkung. Für ihre Palette stehen Manuela etwa 1200 verschiedene Duftstoffe zur Verfügung – knapp ein Viertel davon stammt aus natürlichen Quellen wie echten Blüten und Früchten. Nach der Zusammenstellung am Computer mischt ein Roboter die Stoffe zusammen, und nach zwei Stunden kann Manuela die erste Probe testen.
Mit nur schätzungsweise 50 Parfümeure in Deutschland ist dies ein extremer Nischenberuf. Die Ausbildung erfolgt meist nach einem naturwissenschaftlichen Studium durch eine drei- bis fünfjährige Zusatzqualifikation. Manuela braucht große Geduld: Bis ein Produkt marktreif ist, dauert es bis zu einem Jahr. Zwischendurch wird die Mischung immer wieder angepasst – etwa wenn Duftstoffe aus Sicherheitsgründen verboten werden und durch neue ersetzt werden müssen.