Eisbecher und Maple Taffy – sollte man Schnee essen?

Eisbecher und Maple Taffy – sollte man Schnee essen?


Rezepte auf Social Media





Eisbecher und Maple Taffy – sollte man Schnee essen?

Der Winter geht auch durch den Magen: Im Internet finden sich allerlei Rezepte mit Schnee als Zutat. Ausprobieren oder lieber die Finger davon lassen? Das sagen Fachleute.

Mmmmh, lecker Schnee! Oder doch nicht?

Mmmmh, lecker Schnee! Oder doch nicht?


Foto: MediaNews Group / The Riverside Press-Enterprise via Getty Images / Getty Images

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Schnee pur, Schnee mit Kondensmilch, Schnee mit Ahornsirup: TikTok ist dieser Tage voller Rezeptideen. Während große Teile des Landes unter einer Schneeschicht liegen, spielt der Algorithmus plötzlich wieder Videos aus, die in manchen Fällen schon einige Jahre alt sind. Erst Sturmtief »Elli« und nun Tief »Gunda« haben Suchanfragen zu »Schnee essen« wohl in die Höhe getrieben.

Videos zeigen  etwa, wie man Maple Taffys macht, eine kanadische Spezialität aus Ahornsirup und Schnee. Dafür erwärmt man Ahornsirup, gießt ihn auf Schnee, nimmt sich einen Holzlöffel und rollt den in der Kälte hart werdenden Ahornsirup auf. Der Schnee legt sich in kleinen Kristallen um Löffel, es entsteht ein »Lolli«.

Maple Taffys in Quebec

Maple Taffys in Quebec


Foto: Adrien Nowak / Hans Lucas / picture alliance

Für den Maple Taffy gibt es online sogar Rezeptsammlungen .

Es gibt aber auch andere Kreationen: Ein Video mit 2,6 Millionen Likes zeigt, wie man Schnee mit Kondensmilch und Zucker zu einem Eisbecher anmischt. Die Userin toppt ihre Kreation mit Sprühsahne, Streuseln und Schokodrops. Ein Kommentar unter dem Video stellt eine wichtige Frage: »Ist es safe, das zu essen?«

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Die Antwort von Fachleuten ist einhellig: Sie raten davon ab, Schnee zu essen. Am Wegrand sei er oft mit Streusalz oder etwa Tierurin verdreckt. Und selbst wenn auf den ersten Blick keine Verunreinigung zu erkennen ist, sollte man vorsichtig sein. »Regenwasser und Schnee sind keine Nahrungsmittel und nicht keimfrei: Eine Belastung ist zum Beispiel über den Luftpfad mit Verbrennungsprodukten, Stäuben oder mikrobiellen Aerosolen denkbar«, warnt etwa das Umweltbundesamt.

Eine Studie  aus dem Maple-Taffy-Land Kanada zeigte 2016, dass Schnee sich schnell mit Feinstaub und anderen gesundheitsgefährdenden Substanzen anreichert, denen er ausgesetzt ist. Und eine andere Studie  kam zum Ergebnis, »dass Schnee eine Vielzahl von Bakterien enthält, von denen viele in der Lage sind, Infektionen zu verursachen, insbesondere bei immungeschwächten Personen«.

Schnee enthalte anders als Leitungs- oder Mineralwasser keine Mineralien oder Elektrolyte, sagte die DAK-Ernährungswissenschaftlerin Silke Willms der Nachrichtenagentur dpa. Wie destilliertes Wasser entziehe Schnee dem Körper sogar Mineralstoffe, wenn man große Mengen davon esse.

Eltern müssen aber nicht gleich panisch werden, wenn sich die Kleinen doch mal eine Handvoll Schnee in den Mund stopfen. »Den Kindern schadet es nicht, wenn sie geringe Mengen sauberen Schnee probieren«, sagte Willms.

Einmal am Maple Taffy lutschen sollte also normalerweise unbedenklich sein. Einen ganzen Eisbecher Schnee? Wohl besser nicht.

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