Frankreich setzt auf Elektrifizierung statt Energieimporte
Paris will sich von Öl und Gas unabhängiger machen und die Wirtschaft elektrifizieren – von Industrieanlagen bis zu Brathähnchen-Grills. Bis 2030 soll der Stromanteil deutlich steigen.
Frankreich nutzt die Energiekrise als Anstoß für eine grundlegende Umgestaltung seiner Energieversorgung. Statt weiterhin abhängig von fossilen Brennstoffen zu sein, konzentriert sich Paris auf eine massive Elektrifizierung aller Lebensbereiche. Das Ziel: Kosten senken und den Standort für internationale Unternehmen attraktiver machen.
Die französische Regierung hat ambitionierte Ziele gesetzt. Der Anteil fossiler Energien am Gesamtverbrauch soll von aktuell etwa 60 Prozent auf 40 Prozent bis 2030 sinken, danach weiter auf unter 30 Prozent bis 2035. Gleichzeitig plant Paris, den Stromanteil von derzeit 27 auf 38 Prozent zu erhöhen. Das bedeutet in der Praxis: Nicht nur große Industriebetriebe und Rechenzentren sollen umgerüstet werden, sondern auch alltägliche Dinge wie Gasgrills auf Pariser Plätzen oder Backöfen für Baguettes.
Damit will Frankreich im europäischen Wettbewerb der Standorte punkten – besonders gegen Konkurrenten wie Deutschland. Doch während die Strategie klar ist, bleiben Fragen zur Finanzierung dieser massiven Transformation bislang offen. Experten diskutieren, wie die erforderlichen Investitionen gestemmt werden können.