EU-Behörde ermittelt gegen Mandelson wegen Epstein-Verbindungen
Die EU-Antikorruptionsbehörde Olaf untersucht den früheren britischen Spitzenpolitiker Peter Mandelson auf mögliche Pflichtverstöße. Der Verdacht: Er könnte sensible Informationen an den US-Millionär Jeffrey Epstein weitergegeben haben.
Die europäische Antikorruptionsbehörde Olaf hat formell Ermittlungen gegen Peter Mandelson eingeleitet. Der 72-Jährige war von 2004 bis 2008 EU-Handelskommissar und später bis 2010 britischer Wirtschaftsminister. Die Untersuchung läuft bereits seit Februar und konzentriert sich darauf, ob Mandelson seine Geheimhaltungspflichten verletzt und unerlaubte Geschenke angenommen hat.
Im Fokus steht der Verdacht, dass Mandelson während seiner Zeit in Brüssel dem verstorbenen US-Finanzier Jeffrey Epstein vertrauliche Regierungsinformationen zukommen ließ. Nach Angaben von E-Mail-Verläufen soll er dem Multimillionär etwa die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm bereits einen Tag vor der öffentlichen Ankündigung mitgeteilt haben. Der Fall bekommt zusätzliches Gewicht, da Mandelson die Sicherheitsprüfung für seine Ernennung zum britischen Botschafter in Washington nicht bestanden hatte – eine Tatsache, die bei seiner Berufung offenbar ignoriert wurde.
Das Ausmaß der Verstrickungen belastet auch britischen Premierminister Keir Starmer. Er entließ seinen Parteifreund Mandelson im September von seinem Botschafterposten und warf ihm vor, die Regierung über die Tiefe seiner Beziehungen zu Epstein getäuscht zu haben. Die Affäre wirft Fragen zur Qualität der Sicherheitsüberprüfungen bei Regierungsentscheidungen auf.