Gewalt bei Asylprotesten in den Niederlanden
In niederländischen Städten eskalieren Demonstrationen gegen die Asylpolitik. Vermummte Protestierer zündeten Feuer vor geplanten Aufnahmezentren an. Die Polizei musste mit Einsatzkräften eingreifen.
In den Niederlanden kommt es zu heftigen Protesten gegen die Unterbringung von Asylsuchenden. Am Freitagabend versammelten sich in Apeldoorn hunderte teils vermummte Demonstranten mit Pyrotechnik. Sie zogen zum geplanten Asylzentrum und legten Brände. Die Polizeimobile Einheit rückte mit Helmen und Schlagstöcken an, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.
Der Konflikt konzentriert sich auf das Dorf Loosdrecht, wo 70 Asylsuchende untergebracht werden sollen. Ein Gericht lehnte Einsprüche von Anwohnern und Unternehmern ab und verwies auf humanitäre Gründe. Am Dienstag warfen etwa 400 Demonstranten sogar Pyrotechnik auf das Gebäude und verhinderten Feuerlöscharbeiten. Ministerpräsident Rob Jetten verurteilte die Gewalt scharf.
Inzwischen distanzieren sich auch Verantwortliche von der Schnelligkeit der Entscheidung. Der zuständige Bürgermeister gestand Kommunikationsfehler ein. Während einige Bürger ihre berechtigten Bedenken friedlich kundtun, werfen Kritiker der Polizei vor, nicht zwischen friedlichen und gewalttätigen Protestierern zu unterscheiden. Die Behörden haben mittlerweile Demonstrationen vor Asylzentren verboten.