EU importiert weiterhin russisches Ammoniak trotz Sanktionen
Eine SWR-Recherche zeigt: Die Europäische Union führt legal russisches Ammoniak ein – über ein Sonderkontingent. Dahinter stecken offenbar fragwürdige Verbindungen.
Die Europäische Union bezieht trotz der verhängten Sanktionen gegen Russland weiterhin Ammoniak aus dem Land. Möglich macht dies ein spezielles Kontingent, das die EU ausgenommen hat. Recherchen des SWR werfen nun Fragen zur Herkunft und den beteiligten Akteuren auf.
Den Ermittlungen zufolge sind Unternehmen in diesen Handel verstrickt, die enge Verbindungen zu kremlnahen Oligarchen unterhalten. Dies wirft Bedenken darüber auf, wer letztendlich von den Importen profitiert und ob europäische Gelder indirekt an das Putin-Regime fließen.
Besondere Sorge bereitet den Recherchern zudem die Verbindung zur Sprengstoffindustrie. Ammoniak gilt als Rohstoff für Explosivstoff-Herstellung. Unklar bleibt, welchen Zweck die importierte Menge erfüllt und ob europäische Sicherheitsinteressen gewährleistet sind.