Trump erhöht Druck auf EU-Länder bei Medikamentenpreisen
Der US-Präsident nutzt Zolldrohungen, um europäische Staaten zu höheren Arzneimittelpreisen zu bewegen. Brüssel bestätigt: Die Strategie funktioniert – zumindest teilweise.
Donald Trump prahlt öffentlich damit, europäische Führungspersonen zu Preiserhöhungen für Medikamente gezwungen zu haben. Bei einer Veranstaltung seiner Partei beschrieb er detailliert, wie er angeblich mit Zolldrohungen Druck auf Länder wie Frankreich ausgeübt habe. Frankreichs Präsident Macron dementierte die Geschichte als erfunden – der technische Hintergrund aber ist komplizierter.
Tatsächlich setzt Trump derzeit Mittel ein, die europäische Gesundheitssysteme unter Druck setzen. Das belegen Gespräche mit EU-Beamten, Diplomaten und Branchenexperten, die dem Handelsblatt Informationen gaben. Die neuen Verordnungen und Zolldrohungen des US-Präsidenten bewirken, dass europäische Länder in kommenden Verhandlungen mit Pharmaunternehmen höhere Preise akzeptieren.
Ein hochrangiger Brüsseler Beamter bestätigte: Obwohl Trump bei seinen Erzählungen übertreibt, stimmt der Kern – die Medikamentenpreise in Europa werden dadurch tatsächlich steigen. In Frankreich etwa regelt zwar formal das Sozialversicherungssystem die Preise, doch der politische Druck von außen wirkt sich auf diese Entscheidungen aus.