EZB hebt Leitzins erstmals seit Jahren an
Wegen gestiegener Inflationsdruck infolge des Nahostkonflikts erhöht die Europäische Zentralbank erstmals seit September 2023 ihre Leitzinsen. Experten rechnen mit weiteren Anhebungen.
Die Europäische Zentralbank reagiert auf die anziehende Teuerung mit ihrer ersten Zinserhöhung seit knapp drei Jahren. Der Leitzins wurde angehoben, um den Inflationsdruck zu bekämpfen, der durch den Krieg im Nahen Osten und gestiegene Energiepreise entstanden ist. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass die Notenbank damit gut ausgestattet sei, um mit den durch den Konflikt verursachten Unsicherheiten umzugehen.
Die Inflationsrate im Euroraum ist deutlich über das Zielziel der EZB von zwei Prozent gestiegen. Im Mai lag die Teuerung bei 3,2 Prozent. Schuld daran sind vor allem höhere Energiekosten: Öl und Spritpreise sind spürbar gestiegen, was auch Transportkosten und andere Bereiche der Wirtschaft verteuert. In Deutschland wirkte sich ein Tankrabatt zumindest leicht abschwächend aus.
Höhere Zinsen erschweren es Verbrauchern und Unternehmen, Kredite aufzunehmen, was die Nachfrage bremsen kann. Allerdings belastet eine Zinserhöhung auch die ohnehin schwache Konjunktur. Volkswirte rechnen damit, dass die EZB in diesem Jahr noch weitere Schritte folgen lassen könnte.