Migrationsdebatte bei UN-Rede: Experte sieht berechtigte Kritik
US-Präsident Trump wirft den Vereinten Nationen vor, Migration in die USA zu unterstützen. Ein deutscher Experte hält die Vorwürfe für übertrieben – räumt aber ein, dass es an globalen Lösungen mangelt.
Bei seiner Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen hat Donald Trump heftig gegen die Organisation argumentiert. Kern seiner Kritik: Die UN würden mit hunderten Millionen Dollar Migrationsbewegungen in die USA finanzieren – durch Nahrung, Unterkunft und Geldkarten für Menschen auf dem Weg nach Nordamerika.
Der Migrationsexperte Daniel Thym von der Universität Konstanz relativiert diese Darstellung. Die humanitäre Unterstützung durch UN-Programme in Lateinamerika sei wichtig und sinnvoll, argumentiert er. Viele dieser Projekte hätten sogar das Ziel, Menschen von der Weiterwanderung abzuhalten oder zur Rückkehr ins Heimatland zu bewegen. Trumps Vorwurf, die UN würden gezielt illegale Migration fördern, sei daher nicht korrekt.
Allerdings, so Thym, spreche Trump tatsächlich einen wichtigen Punkt an: Es fehle weltweit an einem kohärenten Plan, wie Staaten Migration sinnvoll regulieren könnten. Jahrelang hohe Asylzahlen belasteten die Finanzen und erzeugten gesellschaftliche Spannungen. Gleichzeitig hätten internationale Organisationen in ihrer Rhetorik lange zu einseitig die Rechte von Migranten betont, während die legitimen Kontrollinteressen von Staaten zu kurz kämen.