EZB hält Zinsen stabil – Euro-Aufwertung bleibt im Fokus
Die Europäische Zentralbank sieht keinen Grund für Zinssenkungen. Während die Inflation sinkt, macht sich die Notenbank Sorgen um die starke Gemeinschaftswährung und deren Auswirkungen.
Die Europäische Zentralbank hat ihre Zinspolitik unverändert gelassen. Der Leitzins für Bankeinlagen bleibt bei zwei Prozent, wo er seit Mitte 2025 steht. EZB-Präsidentin Christine Lagarde signalisierte am Donnerstag, dass es derzeit keinen Grund für Veränderungen gibt. Die Inflation ist zwar unter das Zwei-Prozent-Ziel auf 1,7 Prozent gesunken, doch die Notenbank warnt davor, einzelne Werte zu überinterpretieren.
Größere Sorgen bereitet der EZB die Aufwertung des Euro. In der vergangenen Woche schwankte der Kurs zwischen 1,16 und 1,20 Dollar. Ein starker Euro macht Importe günstiger und könnte die Inflation stärker drücken als erwartet. Analysten rechnen damit, dass der Euro bis Jahresende zwischen 1,22 und 1,25 Dollar kosten wird – getrieben durch Zweifel an der US-Politik und der Dollar-Schwäche.
Lagarde hatte zuvor von einem "globalen Euro" geschwärmt und will die Gemeinschaftswährung weltweit bedeutsamer machen. Experten sind skeptisch: Dafür fehlten Europa die nötige fiskalische Einheit, stabile Kapitalmärkte und ausreichend sichere Staatsanleihen. Ohne dauerhafte gemeinsame EU-Anleihen werde dieser Plan schwer umsetzbar sein.