Fed-Nominierung: Experten warnen vor Inflationsrisiken
Trump setzt Kevin Warsh an die Spitze der US-Notenbank. Renommierte Ökonomen befürchten, dass eine politisierte Fed zu höherer Inflation und Marktturbulenzen führt. Im Senat formiert sich Widerstand.
US-Präsident Trump hat mit der Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Chef Wellen geschlagen. Zwar zeigt sich der Präsident optimistisch, dass der frühere Fed-Gouverneur die notwendige Senatsbestätigung erhält. Doch prominente Wirtschaftsexperten und sogar Republikaner im Senat äußern erhebliche Bedenken.
Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff warnt vor gravierenden Folgen einer politisierten Notenbank. Sollte die Fed unter Warsh Wachstum über Preisstabilität stellen, dürfte die Inflation dauerhaft bei rund drei Prozent liegen und bis 2027 auf vier Prozent klettern. Rogoff befürchtet zudem steigende Marktvolatilität und eine Schwächung des Dollar. Auch sein Kollege Barry Eichengreen kritisiert, dass eine unter politischem Druck stehende Fed für die globalen Finanzmärkte eine Katastrophe wäre.
Zusätzlich zu den fachlichen Bedenken droht Warsh auch eine knappe Abstimmung: Die Republikaner verfügen im zuständigen Senatsausschuss nur über eine Ein-Stimmen-Mehrheit. Bereits ein abweichender Senator könnte das Verfahren blockieren. Die Demokraten lehnen die Nominierung ebenfalls ab und sehen einen Versuch Trumps, die Fed-Unabhängigkeit zu gefährden.