Feuerfontäne wohl Brandursache: „Wenn diese Personen noch leben, wird gegen sie ermittelt“
40 Tote und 119 Verletzte bei Silvester-Katastrophe
Dieses Foto soll den Moment zeigen, in dem die Katastrophe ausbrach: Feiernde halten Champagnerflaschen nach oben, an den Flaschen ist Feuerwerk befestigt – und an der Decke glüht bereits das beginnende Feuer
Crans-Montana (Schweiz) – Das Inferno im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist nach Ansicht der Ermittler von Feuerfontänen in Champagnerflaschen ausgelöst worden.
Die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, sagte bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag: „Alles deutet darauf hin, dass das Feuer durch die Feuerfontänen ausgelöst wurde. Die haben die Decke in Brand gesetzt, von wo aus sich der Brand sehr schnell fortgesetzt hat.“ Dies hätten vorläufige Auswertungen der Videos und Aussagen von Augenzeugen ergeben.
Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, auf der Pressekonferenz am Freitag
„Es wird geprüft, ob eine strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet wird“, sagte die Generalstaatsanwältin. „Diese Wunderkerzen kann man ganz normal im Supermarkt kaufen. Darf man sie im geschlossenen Raum verwenden? Man wird das untersuchen.“
Dann betont die Generalstaatsanwältin: „Und wenn diese Personen noch leben, wird gegen sie ermittelt werden!“
Im Fokus stehe außerdem der Schaumstoff an der Decke: „Es wird darum gehen, ob er den Standards entspricht. Ich kann jetzt noch nicht sagen, ob er den Standards entspricht.“
Dieses Foto soll laut französischen Medien wenige Augenblicke vor der Feuer-Katastrophe aufgenommen worden sein
Bislang gebe es noch keine strafrechtlichen Ermittlungen gegen eine bestimmte Person, sagte Pilloud. Daher gebe es auch keine Möglichkeit, eine Ausreisesperre gegen die französische Betreiberin der Bar zu verhängen.
Viele Patienten in künstliches Koma versetzt
Bei dem Brand in der Bar „Le Constellation“ sind nach bisherigem Stand der Ermittler 40 Menschen ums Leben gekommen. Das sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler. Die Opferzahlen könnten sich jedoch noch erhöhen.
Sechs Verletzte noch nicht identifiziert
Viele der Schwerverletzten „kämpfen noch um ihr Leben“, sagte der Regierungspräsident des Wallis, Mathias Reynard. 119 Verletzte seien in Kliniken aufgenommen worden. 113 konnten bisher identifiziert werden, darunter 71 Schweizer, 14 Franzosen, 11 Italiener und 4 Serben. Je eine verletzte Person stammt zudem aus Belgien, Luxemburg, Holland und Portugal. Die meisten Opfer sollen zwischen 16 und 26 Jahren alt sein.
Laut dem Leiter der Rettungskräfte mussten viele Verletzte ins künstliche Koma versetzt werden. Für die Identifizierung der Toten werden zahlreiche Spezialisten herangezogen. Sie prüfen Fingerabdrücke, werten Zahndaten aus und befragen Angehörige zu persönlichen Gegenständen, hieß es auf der Pressekonferenz.
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