Infantino fordert Lockerung des Russland-Banns – heftige Kritik aus der Ukraine
FIFA-Präsident Gianni Infantino plädiert für eine Aufhebung der Fußball-Sanktionen gegen Russland. Der ukrainische Außenminister reagiert mit scharfer Kritik und vergleicht die Haltung mit dunklen historischen Episoden.
Der Präsident des Fußball-Weltverbandes hat sich dafür ausgesprochen, das gegen Russland verhängte Spielverbot zu überdenken. Infantino argumentierte in einem Interview, dass die bisherigen Maßnahmen keine positiven Effekte gezeigt hätten und stattdessen nur negative Gefühle geschürt hätten. Besonders im Nachwuchsfußball sollten russische Spieler wieder die Möglichkeit bekommen, international anzutreten.
Aus Kiew kommt deutliche Ablehnung. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wies auf die hohen zivilen Opfer des Krieges hin und nannte konkrete Zahlen von getöteten Kindern. Nach seiner Aussage sei es moralisch inakzeptabel, über Lockerungen nachzudenken, während Russland seinen Angriff fortsetzt. Sybiha verglich die Position mit der umstrittenen Austragung der Olympischen Spiele 1936 im Nazi-Deutschland.
Aus Moskau hingegen kamen Zustimmungslaute. Der Kreml und der russische Fußballverband begrüßten Infantinos Vorschlag und sahen darin einen längst überfälligen Schritt.