Filmtiere lernen ihren Job: Schule für Vierbeiner
In Oberbayern trainiert Renate Hiltl Hunde, Katzen und andere Tiere für Film und Fernsehen. Was im Alltag verboten ist, wird hier systematisch antrainiert – mit viel Geduld und Leckerlis.
Auf einem 6000 Quadratmeter großen Gelände nahe Moosburg hat sich eine ganz besondere Schule angesiedelt. Hier lernen 42 Tiere – Hunde, Katzen, Schweine, Ratten und viele mehr – genau das, was normale Haustierbesitzer ihren Vierbeinern normalerweise abgewöhnen: auf Kommando anzuspringen, zu schnüffeln, zu beißen oder bewegungslos liegen zu bleiben. Trainerin Renate Hiltl und ihr Team bereiten ihre Schüler darauf vor, vor der Kamera zu agieren.
Das Training dauert oft mehrere Monate. Jedes noch so kleine Verhalten wird in winzigen Schritten aufgebaut und mit Belohnungen gefestigt. Ein Knackfrosch signalisiert dem Tier, dass es etwas richtig gemacht hat – dann folgt ein Leckerli. Aber die Vorbereitung geht noch weiter: Die Tiere müssen sich an Filmsets gewöhnen, an Lichter, Geräusche, Mikrofone und viele fremde Menschen. Denn wer gut im heimischen Wohnzimmer trainiert ist, kann trotzdem am echten Filmset scheitern.
Renate Hiltls Tiere sind in vielen bekannten Produktionen zu sehen – von "Tatort" über "Wickie" bis zu Werbespots großer Unternehmen. Dabei merkt die Trainerin auch: Menschen sind manchmal schwieriger als Tiere. Ein großer Wunsch von Renate bleibt aber unerfüllt: Es gibt Preise für Schauspieler, aber bislang keinen Oscar für die beste Tierleistung.