Roboteraninchen sollen Pythons in Floridas Everglades anlocken
Forscher in Florida setzen auf eine ungewöhnliche Methode im Kampf gegen invasive Burmesische Pythons: ferngesteuerte Spielzeugkaninchen, die Wärme abgeben und natürlich riechen.
Die Burmesischen Pythons sind zu einer massiven Bedrohung für die Everglades geworden. Nach Angaben der Behörden haben die eingeschleppten Schlangen bereits 95 Prozent der kleinen Säugetiere in der Region getötet. Experten schätzen, dass inzwischen zwischen Zehntausenden und 300.000 dieser Riesenschlangen in den Sümpfen leben.
Um die Plage einzudämmen, setzen Forscher der University of Florida seit diesem Sommer auf eine innovative Strategie: Sie stellen 120 technisch aufgerüstete Roboterkaninchen als Köder auf. Die batteriebetriebenen Nachbildungen sind mit Bewegungsmeldern und Videokameras ausgestattet und sollen die Pythons anlocken, indem sie Wärme abstrahlen und den typischen Geruch der Beutetiere verströmen. Sobald eine Schlange in der Nähe erkannt wird, erhalten Fänger ein Signal und können ausrücken.
Der Grund für diese Methode liegt auf der Hand: Bisherige Versuche mit echten Kaninchen waren zu kostspielig und aufwendig. Mit rund 3.400 Euro pro Roboter-Exemplar ist die technische Lösung zwar auch nicht billig, aber deutlich praktikabler. Das Kernproblem beim Einfangen der Pythons bleibt jedoch bestehen – die gut getarnten Schlangen überhaupt erst zu finden.