Air France und Airbus wegen Absturz von Flug AF 447 verurteilt
Mehr als 14 Jahre nach dem Absturz eines Air-France-Flugzeugs im Atlantik mit 228 Todesfällen hat ein Gericht nun Air France und Airbus verurteilt. Beide Unternehmen tragen Verantwortung.
Ein französisches Gericht hat Air France und den Flugzeughersteller Airbus wegen des Absturzes von Flug AF 447 verurteilt. Das Unglück ereignete sich am 1. Juni 2009, als das Flugzeug vom Typ A330 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris in eine Unwetterfront geriet und im Atlantik abstürzte. 228 Menschen kamen ums Leben, darunter 28 Deutsche.
Airbus wird vorgeworfen, die Risiken eines Ausfalls der Geschwindigkeitsmesssonden unterschätzt zu haben. Diese waren während des Fluges vereist. Air France hätte seine Piloten nach Ansicht des Gerichts besser auf solche kritischen Situationen vorbereitet und geschult werden sollen. Ein Gutachten von 2012 war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Crew mit der eigentlich beherrschbaren Notlage überfordert war.
In erster Instanz waren beide Unternehmen vor zwei Jahren noch freigesprochen worden. Das Berufungsgericht sieht das anders und stellt nun fest, dass Airbus Vorfälle mit den Sonden nicht ausreichend nachverfolgt und Informationen zurückgehalten hat. Air France hätte seine Piloten besser informieren müssen. Das Gericht sprach auch eine zivilrechtliche Verantwortung aus.