Frankreich: Proteste gegen Sparmaßnahmen verlieren an Schwung
Die Demonstrations-Teilnehmerzahlen gegen die geplanten Sparmaßnahmen der französischen Regierung sinken deutlich. Premierminister Lecornu bereitet unterdessen eine umgebildete Regierung vor.
In Frankreich zeigt sich ein sinkendes Interesse an den Protesten gegen die Sparplanungen der Regierung. Bei der dritten Demonstration seit Amtsantritt des neuen Premierministers Sébastien Lecornu gingen am Donnerstag deutlich weniger Menschen auf die Straßen als noch Mitte September. Das französische Innenministerium zählte etwa 85.000 Teilnehmer an rund 250 Veranstaltungen – nicht einmal halb so viele wie beim vorherigen Protesttag.
Lecornu wird in dieser Woche eine umstrukturierte Regierung vorstellen. Laut Berichten bleiben die Außen-, Innen-, Justiz- und Bildungsministerien in den Händen ihrer aktuellen Amtsinhaber. Das Wirtschaftsministerium wird dagegen neu besetzt, da der bisherige Minister zu eng mit dem Sparkurs des Vorgängers verbunden ist. Offen bleibt die Zukunft der Kulturministerin, die 2026 mit einem Korruptionsprozess rechnen muss.
Mit einer Staatsschuld von etwa 115 Prozent des BIP und einem Defizit von knapp 6 Prozent steht Frankreich unter erheblichem Druck. Die Ratingagentur Fitch hat die französische Kreditwürdigkeit bereits heruntergestuft. Lecornu trifft sich am Freitag mit Vertretern der rechtspopulistischen Partei und der Sozialisten, um die Mehrheit für seinen Haushaltsentwurf zu sichern.