Französischer Premier Bayrou gestürzt – Regierungskrise verschärft sich
Frankreichs Minderheitsregierung ist kollabiert: Premier François Bayrou verliert Vertrauensabstimmung deutlich. Präsident Macron muss schnell einen Nachfolger finden – doch das politische System ist blockiert.
In Frankreich ist es zu einem politischen Paukenschlag gekommen: Premier François Bayrou hat die Vertrauensabstimmung in der Nationalversammlung deutlich verloren. Mit 364 Gegenstimmen gegen 194 Befürwortungen wurde er abgelehnt. Damit steht sein Rücktritt unmittelbar bevor.
Bayrou war mit einem ehrgeizigen Sparplan angetreten, um das französische Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Fast 44 Milliarden Euro sollten im kommenden Jahr eingespart werden – auch durch die Streichung von zwei Feiertagen. Dieses Vorhaben stieß in der Bevölkerung auf massive Gegenwehr und fand in der Nationalversammlung keine Mehrheit.
Für Präsident Macron wird die Situation zunehmend schwierig. Nach dem Scheitern von Michel Barnier vor gut einem Jahr ist nun bereits der zweite Premier in kurzer Zeit gescheitert. Macron muss rasch einen Nachfolger finden, hat aber derzeit keine tragfähige parlamentarische Mehrheit. Neuwahlen könnten die Lösung sein, bergen aber das Risiko, dass Marine Le Pens Rechtspopulisten oder das Linksbündnis erstarken.
Hinzu kommt: Die französische Regierung muss dringend einen Sparhaushalt für 2026 verabschieden. Gelingt dies nicht, könnte das Vertrauen der Finanzmärkte in Frankreich erodieren – mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen für das Land.