Französischer Anästhesist zu lebenslanger Haft verurteilt
Ein Gericht in Besançon hat einen 53-jährigen Arzt wegen zwölffachen Mordes verurteilt. Der Mediziner soll zwischen 2008 und 2017 Patienten gezielt vergiftet haben.
Das Schwurgericht im ostfranzösischen Besançon hat einen Anästhesisten zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt. Der 53-Jährige soll zwischen 2008 und 2017 in zwei Privatkliniken absichtlich hochdosierte Giftstoffe in Infusionen von Patienten eingefügt haben. Zwölf Menschen starben infolgedessen, weitere erlitten schwere Verletzungen.
Die Opfer waren zwischen vier und 89 Jahren alt. Das Gericht sprach zusätzlich ein lebenslanges Berufsverbot aus. Die Staatsanwaltschaft hatte nach diesem Urteil gefordert und bezeichnete den Angeklagten als "Doktor Tod". Sie warf ihm vor, die Kliniken in "Friedhöfe" verwandelt zu haben.
Der Arzt weist alle Vorwürfe zurück und will in Berufung gehen. Die Ermittlungen hatten 2017 begonnen, nachdem zwei Patienten während Routineoperationen schwere Herzstörungen erlitten hatten. In deren Infusionen wurden anschließend tödliche Giftstoffkonzentrationen nachgewiesen.