Katars WM-Versprechen: Realität sieht anders aus
Drei Jahre nach der Weltmeisterschaft zeigt sich: Katar hielt viele Zusagen nicht ein. Das Stadion 974 steht noch immer, die Frauennationalmannschaft spielt nicht mehr, und die Klimaneutralität wird von Gerichten angezweifelt.
Katar hatte bei der Bewerbung zur Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ambitionierte Pläne verkündet – doch die Realität sieht vielerorts anders aus. Das Stadion 974, das nach dem Turnier abgebaut werden sollte, steht noch immer am Flughafen Doha. Stattdessen nutzt Katar es regelmäßig für andere Turniere, die von der FIFA großzügig in das Land vergeben werden.
Auch beim Frauenfußball zeigt sich ein anderes Bild: Obwohl Katar 2009 eine Frauennationalmannschaft gründete, um Fördernachweise für die WM-Bewerbung zu erfüllen, bestritt die Mannschaft nach dem Turnier kein einziges Spiel mehr. Eine heimische Frauenliga existiert zwar, wird aber nicht im Fernsehen übertragen. Hinzu kommt: Männer dürfen bei den Spielen häufig nicht zuschauen.
Das größte Versprechen betraf die Klimaneutralität des Turniers. Mittlerweile haben Gerichte in der Schweiz und Deutschland entschieden, dass die FIFA nicht länger behaupten darf, die WM sei vollständig klimaneutral durchgeführt worden. Auch während des Turniers brachen die Organisatoren mehrere Zusagen: Alkoholausschank wurde verboten, Regenbogenflaggen konfisziert und missliebige politische Botschaften unterdrückt – die FIFA tolerierte diese Verstöße kritiklos.