Millionenschäden durch Fangewalt in Zügen
Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fußballfans in Zügen kosten die Deutsche Bahn jährlich etwa zwei Millionen Euro. Experten sehen das Phänomen kritisch.
Regelmäßig kommt es in Zügen zu heftigen Konfrontationen zwischen gegnerischen Fußballfans. Jüngste Beispiele sind Prügeleien am Kölner und Hannoveraner Hauptbahnhof, bei denen maskierte Männer aufeinander losgingen. Die Bundespolizei registrierte in der Saison 2023/2024 insgesamt 1500 Straftaten im Kontext von Fußballreisen, davon 600 Gewaltdelikte.
Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich: Die Deutsche Bahn beziffert ihre jährlichen Kosten auf etwa zwei Millionen Euro. Darin enthalten sind Reinigungskosten, Reparaturen von Vandalismus-Schäden wie zerstörte Sitze oder Scheiben sowie zusätzliche Sicherheitskräfte. Hinzu kommen Ausfallzeiten von Zügen, wenn diese so stark beschädigt werden, dass sie tagelang aus dem Verkehr genommen werden müssen.
Fanforscher Harald Lange von der Universität Würzburg erklärt das Phänomen mit Gruppenpsychologie und Alkoholkonsum. Die räumliche Enge in Zügen begünstige unkontrollierte Konfrontationen rivalisierender Gruppen. Allerdings: Bei insgesamt 4,5 Millionen Fußballfans, die pro Saison mit der Bahn fahren, bleibt die Quote der Vorfälle gering. Die Deutsche Bahn arbeitet mit Polizei und Vereinen daran, Anreiseströme zu entflechten. Experten fordern mehr Engagement der Clubs bei der Organisation von Extrazügen.