»Für migrantische Communities in den USA, Fans aus aller Welt sowie die Spieler stellt die diskriminierende Einwanderungspolitik der USA eine akute Bedrohung dar«, heißt es in einem Amnesty-Bericht. Um das Turnier in den drei Ländern vom 11. Juni bis 19. Juli werden seit Monaten Debatten geführt.
Der Weltverband Fifa geht trotz der Bedenken von friedlichen und reibungslosen Spielen aus. »Die WM muss und wird ein Symbol für Einheit und Solidarität sein«, hatte Fifa-Präsident Gianni Infantino zuletzt gesagt und eine »friedliche und fröhliche Atmosphäre« prophezeit. Infantino umschmeichelt Trump und überreichte ihm im Dezember 2025 sogar einen eigens geschaffenen Friedenspreis (mehr dazu hier ). Das war wohlgemerkt vor Trumps Angriffen auf Venezuela und Iran.
Der US-Präsident und dessen Politik der Massenabschiebungen von Migranten stehen im Fokus der Kritik. Auch das internationale Vorgehen der US-Regierung beim Irankrieg und der Grönlandfrage hatte dazu geführt, dass in der Öffentlichkeit eine Debatte über einen möglichen WM-Boykott angestoßen wurde. Diese wird aber von einem Großteil der sportpolitisch Verantwortlichen in Deutschland aktuell nicht geführt. In den USA finden 78 der insgesamt 104 Spiele statt – inklusive des Endspiels.
Was passiert mit Fans, die öffentlich Kritik üben?
Menschenrechtsgruppen sind besorgt. »Die WM 2026 droht mehr Repression als Fußball zu liefern«, sagte Julia Duchrow, die Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland. »Setzen sich die Razzien der US‑Einwanderungsbehörde ICE, die massenhaften Festnahmen und die Einreiseverbote fort, wird dieses Turnier zum Symbol staatlicher Einschüchterung.« Darüber hinaus drohten Folgen für Fans, wenn sie protestieren oder Kritik äußern.
Auch in Mexiko, wo das Militär für die Sicherheit eingesetzt wird, weil es nach dem Tod des Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes alias »El Mencho« zu Gewaltausbrüchen gekommen war, seien die Risiken für Demonstrierende gestiegen. Und in Kanada gebe es Befürchtungen, dass Obdachlose vertrieben und weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden, kritisierte Amnesty.



