Die letzten vier europäischen Startplätze für die Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada sind verteilt. Bosnien-Herzegowina, Tschechien, Türkei und Schweden haben sich in den europäischen Playoffs durchgesetzt und werden beim am 11. Juni beginnenden Turnier teilnehmen.
2018 verpassten die Italiener die Qualifikation zur WM-Endrunde, vier Jahre später scheiterten sie erneut. Den Negativ-Hattrick machte das Team von Nationaltrainer Gennaro Gattuso in Bosnien-Herzegowina perfekt.
Dem viermaligen Weltmeister half zunächst ein Patzer von Nikola Vasilj. Der Torhüter des FC St. Pauli spielte nach einer Viertelstunde den Ball in die Füße von Nicola Barella, der umgehend zu Moise Kean passte – und der Angreifer traf per herrlichem Rechtsschuss (15.).
Kurz vor der Pause schwächte Italiens Abwehrspieler Alessandro Bastoni sein Team: Für ein Foul an Amar Memić sah er die Rote Karte (41.). Italien musste es nun zu zehnt richten.
In der 60. Minute ließ Kean das 2:0 liegen, als er nach einem Konter frei vor Vasilj über das Tor schoss. Italien jetzt mit kaum noch Ballbesitz, die Gastgeber jedoch auch ohne Durchschlagskraft. Erst ein gewonnenes Kopfballduell Edin Džeko brach den Bann. Erst konnte Gianluigi Donnarumma noch parieren, aber den Nachschuss brachte Haris Tabaković über die Linie (79.).
Da in der Verlängerung kein weiterer Treffer fiel, musste das Elfmeterschießen entscheiden. Dort versagten zwei Italienern die Nerven, Bosnien-Herzegowina blieb vom Punkt sicher.
Als Spieler war Franco Foda mit der DFB-Elf keine WM-Teilnahme vergönnt, als Trainer fehlte ihm nun nur noch ein Schritt. Bei einem Sieg wäre der Kosovo erstmals bei einer WM-Endrunde dabei, auf der Gegenseite wollten die Türken ihre erste Qualifikation seit dem dritten Platz 2002 realisieren.
Die Gäste begannen forsch und kamen zu Gelegenheiten, unter anderem durch Kenan Yıldız (10.). Die beste Möglichkeit in der ersten Hälfte hatte jedoch das Team von Foda: Der türkische Torhüter Uğurcan Çakır konnte den Schuss von Fisnik Asllani gerade noch so an den Pfosten lenken (29.).
Den Torjubel gab es auf der anderen Seite: Kerem Aktürkoğlu drückte in der 53. Minute den Ball über die Linie. Dieser Treffer genügte den Türken für die Endrundenqualifikation, da die Kosovaren gleich zweimal knapp scheiterten (81. und 87.).
Bereits vor vier Jahren waren diese beiden Teams in den Playoffs aufeinandergetroffen. Damals siegte Polen 2:0 und fuhr nach Katar, während die Schweden vier Jahre nach dem Erreichen des Viertelfinals zu Hause bleiben musste.
Die Gastgeber eröffneten das Wiedersehen mit einem Traumtor. Eine Hackenablage nutzte Anthony Elanga zu einem großartigen Schuss in den linken Winkel (15.). Polen antwortete mit einem haltbar erscheinenden Schlenzer von Nicola Zalewski – 1:1 (33.). Die erneute Führung der Schweden besorgte Gustaf Lagerbielke per Kopf (44.).
Auch in der zweiten Hälfte ging es hin und her. Der Pole Karol Świderski erzielte den Ausgleich, nachdem Zalewski gedankenschnell quergelegt hatte (55.).
Und was machte eigentlich Schwedens Premier-League-Star Viktor Gyökeres? 87 Minuten lang war der Arsenal-Angreifer nicht zu sehen, dann schoss er den Ball aus wenigen Metern unter die Latte und Schweden zur WM-Endrunde.
Gegen Irland schauten die Tschechen bereits in den Abgrund. Doch nach einem 0:2-Rückstand siegten sie noch im Elfmeterschießen und qualifizierten sich für das Playoff-Finale gegen Dänemark.
Dort ging es für die Gastgeber großartig los: Pavel Sulc traf nach einem Eckball per Volleyabnahme aus 15 Metern (3. Minute). Es war der Auftakt für eine intensive Partie, in der sich beide Teams immer wieder offensiv zeigten. Lukas Provod vergab mit einem missglückten Heber das mögliche 2:0 (34.).
In der zweiten Hälfte konzentrierten sich die Gastgeber komplett auf die Defensive. Dänemark hatte knapp 75 Prozent Ballbesitz, aber kaum gefährliche Aktionen. Erst in der 72. Minute belohnten sich die Dänen: Joachim Andersen köpfte eine Freistoßflanke zum 1:1 ein. Es gab Verlängerung.
Dort setzen die Tschechen das erste Ausrufezeichen. Kapitän Ladislav Krejčí traf in der 100. Minute zum umjubelten 2:1, aber die Dänen hatten erneut eine Antwort. Kasper Høgh traf in seinem zweiten Länderspiel erneut per Kopf zum 2:2 (111.).
Auch hier musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Die Dänen vergaben dreimal, Tschechien qualifizierte sich erstmals seit 20 Jahren wieder für die Endrunde.



