China als Trainingsplatz für deutsche Wirtschaft
Ein Experte fordert Bundeskanzler Merz auf, chinesische Investoren gezielt für Deutschland zu gewinnen. Der Handelsdruck aus Asien nimmt zu.
Deutsche Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten auf dem chinesischen Markt. Im vergangenen Jahr brachen die Exporte nach China zweistellig ein – Deutschland verkaufte sogar mehr Waren nach Polen als in die Volksrepublik. Gleichzeitig dominieren chinesische Produkte den deutschen Markt immer stärker. Das Handelsdefizit mit China belief sich 2025 auf knapp 90 Milliarden Euro.
Der China-Kenner Jörg Wuttke sieht darin eine Chance für eine neue Strategie: Statt sich nur auf den chinesischen Markt zu konzentrieren, sollte Kanzler Merz gezielt chinesische Unternehmen nach Deutschland holen. Die günstigen Bedingungen dafür entstünden durch Chinas aggressive Expansion – ein Wettkampf, von dem deutsche Firmen lernen könnten, argumentiert Wuttke.
Hintergrund der chinesischen Erfolgsbilanz sind nicht nur technologische Sprünge bei Batterien und künstlicher Intelligenz, sondern auch strategische Faktoren: Chinas Währung ist an den Dollar gebunden und hat zum Euro seit 2020 um 43 Prozent an Wert verloren – ein erheblicher Kostenvorteil für chinesische Exporteure. Zudem kontrolliert China kritische Rohstoffe wie seltene Erden.