Kommentar: Nato-Bündnis unter Druck – Europa muss handeln
Ein britischer Ex-General warnt vor dem Zerfall der Nato-Allianz und fordert Europa auf, sich unabhängig zu machen. Nur eine eigenständige europäisch-kanadische Verteidigungsunion könne langfristig Sicherheit bieten.
Die westliche Sicherheitsarchitektur steht unter massivem Druck. Ein ehemaliger stellvertretender Nato-Oberbefehlshaber argumentiert, dass die klassische transatlantische Allianz in ihrer bisherigen Form nicht mehr funktioniert. Der Grund: Die USA haben sich vom Gedanken der kollektiven Verteidigung abgekoppelt, der seit fast achtzig Jahren das Fundament des Bündnisses bildete.
Beschwichtigungspolitik gegenüber Washington sei gescheitert, so die zentrale These. Staatliche Ehrenbesuche und diplomatische Nettigkeiten hätten keine Wirkung gezeigt. Stattdessen müsse Europa endlich eigene Stärke demonstrieren: durch massive Erhöhung der Verteidigungsbudgets, den Aufbau unabhängiger Rüstungskapazitäten und eine enge Allianz mit Kanada und anderen Mittelmächten.
Gleichzeitig plädiert der Autor dafür, Amerika langfristig im westlichen Bündnis zu halten – unter der Annahme, dass sich die politische Lage in Washington ändern wird. Europa müsse bereit sein, wirtschaftliche Gegenmaßnahmen zu ergreifen und die Ukraine bedingungslos zu unterstützen. Für den Kontinent gehe es letztlich ums nackte Überleben.