Oettinger: Europa ist stark genug für Unabhängigkeit von Trump
Der Ex-EU-Kommissar widerspricht Trumps Krisenszenarien für Europa. Mit gezielten Reformen, militärischer Stärke und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit könne der Kontinent selbstständig bestehen, argumentiert Oettinger.
Die neue Sicherheitsstrategie der Trump-Regierung markiert nach Ansicht von Günther Oettinger einen Bruch mit der bisherigen transatlantischen Partnerschaft. Der Ex-EU-Kommissar sieht die USA unter Trump nicht mehr als Partner, sondern als Gegner, der europäische Strategien verfolgt und sogar die Zerstörung der Europäischen Union anstrebt.
Oettinger räumt ein, dass Trumps Kritik an europäischen Schwachstellen nicht völlig unbegründet ist. Allerdings plädiert er dafür, diese Analysen durch konsequente Reformen zu widerlegen. Zwei Schwerpunkte sind aus seiner Sicht entscheidend: die Sicherheit und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Mit Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit könne Europa seine Mitgliedstaaten halten und Trumps Strategie der Spaltung vereiteln.
In seinem Vergleich der Kontinente sieht Oettinger Europa in vielen Bereichen im Vorteil: von unabhängigen Institutionen über leistungsstarke Gesundheits- und Bildungssysteme bis zu stabilen Wirtschaftsstrukturen. Auch die Rechtsstaatlichkeit und Verlässlichkeit Europas stelle einen Vorteil dar. Mit Reformen, militärischer Handlungsfähigkeit und wirtschaftlicher Stärke könne Europa ohne die USA von Donald Trump bestehen.