Gastkommentar: Kann eine Allianz der Mittelmächte Großmachtwillkür bremsen?
Lars Brozus, stellvertretender Leiter Globale Fragen bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Foto: BLOOMBERG
Der kanadische Premierminister Mark Carney lässt seinen Worten Taten folgen. Im Januar hatte er beim World Economic Forum in Davos eine viel beachtete Rede gehalten, in der er dazu aufrief, die Illusion einer regelbasierten internationalen Ordnung aufzugeben und sich der Realität einer von Großmächten dominierten Geopolitik zu stellen.
Um in diesem Umfeld bestehen zu können, müssten Mittelmächte ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen diversifizieren, die eigenen Verteidigungsfähigkeiten ausbauen und die Partnerschaften untereinander sowie aufstrebenden Staaten des Globalen Südens stärken.
Vergangene Woche bereiste Carney mit dieser Mission Asien und Australien. Sein Ziel: Kanadas Verbindungen zu Indien, Australien und Japan zu vertiefen.
Dabei ist Carneys Empfehlung nicht ohne Tücken. Problematisch daran ist weniger, dass eine Hinwendung zu strategischer Autonomie der Mittelmächte teuer wird, da die bislang global organisierte arbeitsteilige – und dadurch günstigere – Produktion kollektiver Güter ohnehin infrage steht.
Irritierend ist vielmehr, dass Carneys Ansatz eine regimeblinde Auswahl der Partner impliziert, mit denen künftig intensiver kooperiert werden soll. Ein Beispiel dafür ist das Handelsabkommen, das die Regierung in Ottawa kürzlich mit Peking abgeschlossen hat. Es gilt als Reaktion auf die Androhung massiver Zollerhöhungen durch die USA, in die bislang ein Großteil der kanadischen Ausfuhren geht.
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