Bundesbank fordert europäische Stablecoins zur Wahrung der Finanzstabilität
Der Markt für Kryptowährungen wächst rasant. Die Bundesbank warnt vor Risiken und plädiert dafür, europäische Alternativen zu schaffen und regulatorische Lücken zu schließen.
Stablecoins haben sich vom Nischenprodukt zu einem bedeutenden Faktor am Finanzmarkt entwickelt. Der globale Markt ist im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf über 300 Milliarden Dollar angewachsen. Diese digitalen Vermögenswerte, deren Wert üblicherweise an eine Zentralbankwährung gekoppelt ist, versprechen Effizienzgewinne – besonders bei internationalen Zahlungen könnte die Technologie einen echten Mehrwert bringen.
Allerdings sieht die Bundesbank erhebliche Risiken für die Finanzstabilität. Sollten Stablecoins massiv an Bedeutung gewinnen, könnten Vertrauenskrisen zu Kettenreaktionen im Finanzsystem führen. Besonders problematisch: Derzeit regulatorische Grauzone bei Anbietern, die sowohl in der EU als auch in Drittländern wie den USA tätig sind. Im Krisenfall könnten Anleger gezielt auf europäische Reserven zugreifen, was das System destabilisiert.
Die Bundesbank fordert daher eine Anpassung der EU-Regulierung sowie die Entwicklung europäischer und Euro-basierter Stablecoins. Gleichzeitig arbeitet sie an einem digitalen Euro für sichere Großbetragszahlungen. Ziel ist es, die finanzielle Unabhängigkeit Europas zu bewahren und innovative Entwicklungen verantwortungsvoll zu gestalten.