Vogelgrippe breitet sich aus: Geflügelhalter fordern Stallpflicht
Die Vogelgrippe grassiert in Deutschland. Mehr als 200.000 Tiere mussten bereits getötet werden. Mit dem Herbstvogelzug steigen die Infektionszahlen. Geflügelhalter fordern nun drastische Maßnahmen.
Die Vogelgrippe nimmt in Deutschland bedrohliche Ausmaße an. Wie das Friedrich-Loeffler-Institut mitteilte, wurden seit Jahresbeginn bereits über 200.000 Geflügeltiere wegen der Seuche getötet und entsorgt. In diesem Jahr registrierte man bereits 50 Ausbrüche in Nutzgeflügelhaltungen, davon allein 26 im Oktober. Experten rechnen damit, dass sich die Lage weiter verschärft, da der Höhepunkt des Vogelzugs noch bevorsteht.
Angesichts dieser Entwicklung verlangen Geflügelhalter eine bundesweite Stallpflicht. Damit könnten Nutztiere aus Freilandhaltung auf behördliche Anordnung in geschlossene Ställe verbracht werden, um sie vor infizierter Wildvögel zu schützen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat zudem bei der EU beantragt, die Entschädigungszahlungen für getötete Tiere von 50 auf bis zu 110 Euro pro Tier anzuheben.
Kritik kommt von den Grünen: Sie sehen das Problem nicht in fehlenden Entschädigungen, sondern in der Massentierhaltung selbst. Mit zehntausenden Tieren pro Stall seien die Bestände besonders anfällig für Seuchenausbrüche. Statt höhere Ausgleichszahlungen zu zahlen, sollte die Politik Bedingungen für eine bessere Tierhaltung mit kleineren Beständen schaffen.