Übergriffe auf Obdachlose deutlich gestiegen
In Deutschland wurden 2025 fast 17 Prozent mehr Straftaten gegen obdachlose Menschen registriert als im Vorjahr. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.
Die Gewalt gegen obdachlose Menschen in Deutschland nimmt zu. Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei insgesamt 2563 Straftaten gegen Wohnungslose – ein Anstieg von knapp 17 Prozent gegenüber 2024. Damals lag die Zahl noch bei etwa 2200 Fällen.
Die Übergriffe treffen Männer überproportional häufig: Mehr als 2000 der registrierten Fälle richteten sich gegen obdachlose Männer, während etwa 500 Frauen betroffen waren. Regional zeigt sich ein ungleichesmuster: Berlin verzeichnete mit 592 Fällen die höchste Anzahl, gefolgt von Bayern mit 492 und Nordrhein-Westfalen mit 310 gemeldeten Straftaten.
Allerdings gehen Fachleute davon aus, dass die polizeilichen Statistiken nur einen Teil der tatsächlichen Gewalt abbilden. Viele obdachlose Menschen erstatten nach Überangriffen keine Anzeige. Dazu kommen unterschiedliche Erfassungsmethoden bei den Behörden, die zu weiteren Untererfassungen führen. Experten sprechen von einer erheblichen Dunkelziffer und vermuten, dass die realen Fallzahlen deutlich höher liegen.