Braverman verlässt Tories und schließt sich Farages Reform UK an
Die frühere britische Innenministerin Suella Braverman ist zur rechtspopulistischen Partei Reform UK übergelaufen. Sie wirft den Konservativen vor, Wähler in der Einwanderungspolitik zu täuschen.
Suella Braverman hat die britischen Tories verlassen und sich der Partei Reform UK von Nigel Farage angeschlossen. Die ehemalige Innenministerin kündigte ihren Schritt auf einer Parteiveranstaltung in London an und kritisierte ihre alte Partei scharf: Sie werfe den Konservativen vor, die Bürger beim Thema Einwanderung zu belügen.
Braverman ist bereits das dritte hochrangige Mitglied der Tories, das zu Reform UK wechselt. Vor ihr hatten sich der ehemalige Finanzminister Nadhim Zahawi und Robert Jenrick, der als Konkurrent zur neuen Tory-Chefin Kemi Badenoch galt, angeschlossen. Während ihrer Zeit als Innenministerin unter Liz Truss und Rishi Sunak setzte Braverman ihr umstrittenes Asylprojekt um: Ein Abkommen mit Ruanda sollte Asylbewerber ins Ausland abschieben. Das Vorhaben scheiterte vor Gericht und wurde von der neuen Labour-Regierung beendet – nachdem bereits 240 Millionen Pfund für das Programm ausgegeben worden waren.
Umfragen zeigen eine deutliche Verschiebung im britischen Parteiengefüge: Reform UK liegt inzwischen vor den Konservativen und auch vor der regierenden Labour-Partei. Premierminister Keir Starmer kämpft mit sinkenden Zustimmungswerten und einer Vertrauenskrise innerhalb seiner Partei, nachdem er einem potenziellen innerparteilichen Rivalen den Weg ins Parlament versperrt hat.