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Haiti: Neue Gewaltwelle fordert mindestens 78 Tote

15. Mai 2026· Hitkanal.FM Redaktion

In Port-au-Prince eskalieren die Kämpfe zwischen rivalisierenden Gangs. Die UN meldet dutzende Todesfälle in wenigen Tagen. Auch Ärzte ohne Grenzen muss ihre Arbeit unterbrechen.

Haiti wird von einer neuen Welle der Bandengewalt heimgesucht. Nach Angaben der Uno-Sondermission Binuh sind in den letzten Tagen mindestens 78 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen konkurrierenden Gangs in Vororten der Hauptstadt Port-au-Prince ums Leben gekommen. Unter den Opfern sind auch zehn unbeteiligte Zivilisten. Darüber hinaus wurden seit Samstag mindestens 66 Personen verletzt.

Die Lage hat sich derart zugespitzt, dass Hunderte Bewohner ihre Häuser verlassen mussten. Bandenmitglieder hatten Brände in der Nähe der Hauptstraße zum Flughafen gelegt. Die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen: Ärzte ohne Grenzen musste den Betrieb einer Klinik im Armenviertel Cité Soleil einstellen, nachdem dort in nur zwölf Stunden über 40 Schussverletzungen behandelt werden mussten. Die Organisatoren berichten, dass 800 Menschen in der Einrichtung Zuflucht suchten und das Personal nicht mehr sicher arbeiten konnte.

Haiti kämpft seit Jahren mit politischer Instabilität und wirtschaftlichem Zusammenbruch. Seit der Ermordung von Präsident Jovenal Moïse im Juli 2021 gibt es keine Führung. Nach Berichten kontrollieren die Gangs inzwischen über 70 Prozent von Port-au-Prince, wobei Polizeieinsätze ihren Einfluss zuletzt etwas zurückdrängen konnten.

H
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