EU-Kommission plant neue Strategie für europäische Chipindustrie
Brüssel will Mitgliedstaaten zum Kauf von Halbleitern europäischer Start-ups bewegen. Die überarbeitete Chips-Strategie konzentriert sich auf die Nachfrageseite und erfordert massive Investitionen.
Die EU-Kommission arbeitet an einer Überarbeitung ihrer Chip-Politik. Im Fokus der neuen Initiative steht diesmal nicht die Angebotsseite, sondern die Nachfrage: Mitgliedstaaten sollen gezielt Halbleiter von jungen europäischen Unternehmen erwerben, um deren Entwicklung zu unterstützen.
Der bisherige Chips Act aus dem Jahr 2023 zielte darauf ab, Europas Produktionskapazitäten auszubauen und den EU-Marktanteil bis 2030 zu verdoppeln. Doch dieses Ziel gerät ins Wanken. Derzeit produziert die Europäische Union nur etwa zehn Prozent der weltweit hergestellten Halbleiter. Mit der Neuauflage des Gesetzes soll nun gezielt die Nachfrage stimuliert werden.
Laut internen Dokumenten benötigt Europas Halbleiter-Sektor bis 2035 insgesamt 120 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen. Die Kommission plant zudem, Genehmigungsverfahren für neue Chipfabriken zu vereinfachen. EU-Technologiechefin Henna Virkkunen wird die Details der überarbeiteten Strategie am 3. Juni vorstellen.