Normenkontrollrat fordert weniger Bauvorschriften
Der Nationale Normenkontrollrat sieht in zu strikten Baustandards ein Hindernis für günstigeres Bauen. Er empfiehlt eine flexible Grundausstattung mit kostenpflichtigen Extras.
Angesichts steigender Baukosten und Wohnungsknappheit kritisiert der Nationale Normenkontrollrat die gegenwärtigen Baustandards in Deutschland. Das unabhängige Beratungsgremium der Bundesregierung sieht darin einen grundsätzlichen Systemfehler, der Bauherren eher zu den höchsten Anforderungen treibt als zu wirtschaftlichen Lösungen.
Die Forderung: Vereinfachte Baustandards und mehr Vertragsfreiheit zwischen Bauherren und Unternehmen. Zukünftig sollen Wohngebäude mit einer Grundausstattung errichtet werden, höherer Komfort könnte gegen Aufpreis realisiert werden. Dies betrifft insbesondere die strikten DIN-Normen, die derzeit verbindlich sind.
NKR-Präsident Lutz Goebel macht deutlich: Wer in Deutschland kostengünstiger bauen möchte, brauche mehr Durchsetzungskraft als jemand, der sich für den maximalen Standard entscheidet. Das sei keine rationale Marktlogik. Um die Wohnungsnot zu lindern, müsse das Regelwerk überprüft und flexibilisiert werden.