Versorgungswerk VBL gerät bei Immobilien-Investments unter Druck
Deutschlands größte Versorgungseinrichtung ist zum Hauptaktionär eines angeschlagenen Immobilienkonzerns geworden. Die VBL muss nun die Folgen fragwürdiger Investitionen ausbaden.
Die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) hat sich bei einem Immobilienprojekt in eine schwierige Lage manövriert. Das Karlsruher Versorgungswerk, das die Altersvorsorge für Millionen Beamter und Angestellter im öffentlichen Dienst regelt, ist inzwischen mit über 60 Prozent Hauptaktionär der Deutschen Konsum Real Estate AG. Das Unternehmen, das Fachmärkte in ländlichen Gebieten vermietet, befindet sich derzeit in einer umfassenden Sanierung.
Der Grund für diese ungewöhnliche Konstellation liegt in den Turbulenzen am Immobilienmarkt. Der Konzern, dessen ehemaliger Chef und Großaktionär der umstrittene Investor Rolf Elgeti war, hat seinen steuerbegünstigten Status als börsennotiertes Immobilienunternehmen verloren. Die VBL übernahm daraufhin die Kontrolle – eigentlich nicht ihre ursprüngliche Absicht.
Das Versorgungswerk verwaltet über 50 Milliarden Euro und hatte wie viele ähnliche Institutionen in besseren Zeiten am Immobilienboom teilnehmen wollen. Nun muss es für die Fehlinvestitionen anderer geradestehen und trägt das volle Risiko dieser Engagements.