In ihren eigenen Tunneln: Hunderte Hamas-Kämpfer sitzen in der Falle!

In ihren eigenen Tunneln: Hunderte Hamas-Kämpfer sitzen in der Falle!

In ihren eigenen Tunneln: Hunderte Hamas-Kämpfer sitzen in der Falle!

Diese Archivaufnahme vom Dezember 2024 zeigt Hamas-Kämpfer in einem Tunnel unter dem Gazastreifen

Diese Archivaufnahme vom Dezember 2024 zeigt Hamas-Kämpfer in einem ihrer Tunnel unter dem Gazastreifen

Gaza – Hunderte Hamas-Terroristen sitzen einem Bericht zufolge in der Falle – gefangen in ihren eigenen Tunneln unter israelisch kontrolliertem Gebiet im Gazastreifen. Ohne Fluchtweg. Ohne Nachschub. Doch viele sind noch kampfbereit.

Im Mai begann Israel, das weitverzweigte Tunnelsystem der Hamas zu zerstören. Viele der unterirdischen Verbindungen wurden so gekappt. Als sich die israelische Armee aber im Zuge des US-vermittelten Waffenstillstands zurückzog, steckten Hunderte Kämpfer in den abgeschnittenen Tunneln fest – hinter der israelischen Linie. Darüber berichtet das US-amerikanische „Wall Street Journal“ (WSJ).

Nach Angaben israelischer und arabischer Quellen sind es zwischen 200 und 300 Männer, die Hamas spricht von 100. Einige sollen bereits verhungert sein. Die meisten sitzen in Rafah fest, weitere in Khan Younis, Beit Hanoun und Schudschaija.

Gefahr für die Waffenruhe

Für die israelische Armee sind die Eingeschlossenen eine Gefahr: Erst vor einigen Wochen starben zwei Soldaten, als Hamas-Terroristen plötzlich aus einem geheimen Schacht hinter der israelischen Linie zuschlugen.

Die Hamas behauptete, die Angriffe seien nicht angeordnet worden, sie hätte keinen Kontakt mehr zu den Eingeschlossenen. Später räumte sie ein, mit den Männern kommunizieren zu können. Israel geht davon aus, dass die Kommunikation nie unterbrochen war.

Das Tunnelsystem der Hamas verläuft wie ein Spinnennetz über Hunderte Kilometer unter dem Gazastreifen. Die Terroristen lagern dort nicht nur Waffen, sondern hielten auch jahrelang israelische Geiseln in den Gängen gefangen, töteten viele von ihnen dort

Das Tunnelsystem der Hamas verläuft wie ein Spinnennetz über Hunderte Kilometer unter dem Gazastreifen. Die Terroristen lagern dort nicht nur Waffen, sondern hielten auch jahrelang israelische Geiseln in den Gängen gefangen, töteten viele von ihnen dort

Laut arabischen Ermittlern ist der Umgang mit den Tunnel-Terroristen mittlerweile zu einem der Hauptstreitpunkte der Verhandlungen über einen möglichen Frieden geworden. Die Hamas fordert freies Geleit für die Eingeschlossenen in die von der Hamas kontrollierten Gebiete – Israel lehnt das ab.

Zunächst hatte Israel einer Evakuierung unter Bedingungen (Waffenabgabe und Rückgabe weiterer Geiseln) noch zugestimmt. Doch nach Protesten aus dem eigenen Regierungslager zog Premier Benjamin Netanjahu (76) das Angebot zurück. Die Forderung: Die Männer sollen sich ergeben – oder getötet werden.

„Die IDF zerstört die Tunnel und eliminiert Hamas-Terroristen ohne Einschränkungen“, stellte Verteidigungsminister Israel Katz (70) klar.

Israel steht unter Druck

Doch Israel steht unter Druck. Ein tödlicher Angriff auf die Eingeschlossenen könnte dazu führen, dass die Hamas keine weiteren getöteten Geiselleichen mehr freigibt, sagt Yaakov Amidror (77), früherer Sicherheitsberater Netanjahus. Damit stünde der weitere Friedensprozess auf der Kippe. Noch immer werden sieben tote Geiseln in Gaza vermutet – darunter zwei mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

Deshalb arbeiten israelische Truppen daran, die Terroristen unter der Erde festzunehmen. DENN: Dass sich die Hamas-Kämpfer tatsächlich ergeben könnten, hält das israelische Militär für nahezu ausgeschlossen.

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