Innovation: Münchener Uni startet Turbo für Technologietransfer
Zukunftsprojekte: Neue Technologien sollen künftig schneller den Weg an den Markt finden. Foto: midjourney
München. In der Grundlagenforschung gehört Deutschland in vielen Bereichen noch immer zur Weltspitze. Bei der Überführung neuer Technologien in marktfähige Produkte sind andere aber oft schneller. „Wir haben die beste Forschung. Doch wir verspielen den Vorsprung, weil wir bei der Umsetzung der Ideen zu langsam sind“, sagt Entrepreneurship-Vizepräsident Philipp Baaske von der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität (LMU).
Die LMU will in einem Pilotprojekt diesen Schritt massiv verkürzen – und damit laut eigenem Anspruch eine Blaupause für alle Hochschulen in Deutschland entwickeln.
Der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung zufolge dauert es aktuell im Schnitt etwa 18 Monate, bis eine Hochschulerfindung in ein ausgegründetes Start-up überführt wird. Denn die Verwertungsrechte liegen erst einmal bei der Uni. Manchmal ziehen sich die Verhandlungen mit der Unibürokratie über die Freigabe sogar noch länger. „Wir verkürzen den Prozess auf drei Monate“, sagt Baaske. „Das ist Deutschlands schnellster Technologietransfer.“
Das Problem ist schon lange bekannt
Dass es Handlungsbedarf gibt, ist unter Experten unstrittig. „Der Wissenstransfer sollte als dauerhafte Kernaufgabe der Hochschulen institutionell verankert werden“, hieß es kürzlich in einem Gutachten der EFI. Für den erfolgreichen Transfer sei eine „ganzheitliche und akteursoffene Gesamtstrategie“ erforderlich, die insbesondere das hohe Innovationspotenzial exzellenter Forschung konsequent hebe, heißt es vom EFI weiter.



