Moos trotzt extremen Bedingungen im Weltall
Wissenschaftler haben beobachtet, dass Moosporen neun Monate lang außen an der Internationalen Raumstation überstehen. Die Erkenntnisse könnten für die Begrünung anderer Planeten relevant sein.
Ein japanisches Forschungsteam hat ein überraschendes Experiment durchgeführt: Moosporen wurden von März bis Dezember 2022 an der Außenseite der Internationalen Raumstation ISS angebracht und dort extremen Bedingungen ausgesetzt – Vakuum, heftige Temperaturschwankungen, intensive UV-Strahlung und kosmische Strahlung.
Das Ergebnis überraschte selbst die Wissenschaftler: Mehr als 80 Prozent der Sporen keimten nach ihrer Rückkehr zur Erde. Dabei hatten die Forscher mit einem nahezu totalen Ausfall gerechnet. Die Fähigkeit der winzigen Pflanzenzellen, unter solch unwirtlichen Bedingungen zu überleben, deute auf eine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit hin, die Moosen vor hunderten Millionen Jahren dabei half, vom Wasser aufs Land zu wechseln.
Die Wissenschaftler sehen in diesen Ergebnissen großes Potenzial für zukünftige Weltraummissionen. Moose könnten als sogenannte Pionierpflanzen dienen, um auf dem Mond oder dem Mars Böden zu verbessern und damit die Grundlage für Ökosysteme zu schaffen. Anders als viele andere Organismen benötigen Moose wenig Licht und könnten effizient Kohlenstoff umwandeln sowie Sauerstoff produzieren.