Internationale Investoren entdecken Deutschland neu
Während deutsche Unternehmen pessimistisch sind, setzen ausländische Manager wieder auf den Standort Deutschland. Eine Studie zeigt: Das Vertrauen in Innovationskraft und Wachstum wächst.
Ein interessanter Widerspruch prägt derzeit die Wirtschaftsstimmung in Deutschland: Während hiesige Firmen unter Reformstau leiden und ihre Investitionen drosseln, blicken internationale Konzerne wieder optimistischer auf den Standort. Das zeigt eine aktuelle Befragung der Unternehmensberatung Kearney unter Topmanagern weltweit.
Bei der Rangliste der attraktivsten Investitionsziele rangiert Deutschland weiterhin auf Platz fünf – hinter den USA, Kanada, Japan und China. Entscheidend ist jedoch ein anderer Blick: Beim sogenannten Optimismus-Indikator, der die Erwartungen für die kommenden drei Jahre misst, macht Deutschland einen deutlichen Sprung nach vorn. 48 Prozent der befragten Manager äußern sich positiv zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands, nur neun Prozent skeptisch. Damit rangiert Deutschland in der globalen Optimismus-Rangliste auf Platz drei – nur die Vereinigten Arabischen Emiraten und Japan liegen davor.
Begründet wird der Optimismus mit dem wirtschaftlichen Aufschwung nach zwei Jahren Rezession sowie mit der hohen Innovationskraft Deutschlands. Die Manager betonen zudem die wachsende Bedeutung einer verlässlichen Industriepolitik im Wettbewerb mit asiatischen Staaten. Die positive Haltung internationaler Investoren spiegelt sich in Zahlen wider: 2025 flossen ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 96 Milliarden Euro nach Deutschland – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.