Atomexperte: Bergung von Irans Uran kaum möglich
Der Nuklearwaffenexperte David Albright bezweifelt, dass eine Spezialoperation zum Einsammeln von iranischem angereichertem Uran erfolgreich sein könnte. Das Material sei zu verteilt und gut geschützt.
Etwa 400 Kilogramm angereichertes Uran sind nach Angaben von Experten im Iran in Sicherheit gebracht oder gelagert worden. Doch wo genau sich das Material befindet, bleibt unklar. Der renommierte Atomwaffenexperte David Albright von der Washingtoner Denkfabrik ISIS gibt zu verstehen, dass das Uran in einem Netz von verschiedenen Einrichtungen und Depots im ganzen Land verteilt ist – nicht nur an den bekannten Standorten wie Natanz, Fordo und Isfahan.
Diskutiert wird derzeit, ob eine verdeckte militärische Operation das Material sichern könnte. Albright hält dies für unrealistisch: Ein solcher Einsatz müsste zahlreiche Hürden überwinden – von der Sicherung der Anlagen über das Festsetzen des Personals bis zum Abtransport des Materials. Hinzu kommt, dass viele iranische Lager unterirdisch, versteckt oder sogar mobil angelegt sind, um genau solche Zugriffe zu vereiteln.
Nach Einschätzung des Experten könnte ein Einzelangriff das verstreute Material weder vollständig sichern noch zerstören – ohne dabei erhebliche Kollateralschäden in Kauf zu nehmen. Eine militärische Lösung erscheint daher problematisch.