Teheraner Gericht spricht deutschen Radfahrer frei
Der 19-jährige Lennart Monterlos wird im Iran nicht wegen Spionage verurteilt. Das Gericht zweifelt an den Vorwürfen. Allerdings kann die Staatsanwaltschaft noch Berufung einlegen.
Ein iranisches Gericht hat den deutsch-französischen Radtouristen Lennart Monterlos freigesprochen. Der 19-Jährige war im Juni festgenommen worden, nachdem er in Bandar-e Abbas im Süden des Landes aufgegriffen worden war. Die Anklage lautete auf Spionage – das Gericht sieht darin nun jedoch nicht ausreichend Beweise und äußert Zweifel am Tatvorwurf.
Monterlos hatte sich als 18-Jähriger auf eine ehrgeizige Weltreise mit dem Fahrrad begeben. Von Frankreich aus wollte er ein Jahr lang durch Europa und Asien reisen und dokumentierte seine Reise in einem Blog sowie auf Video-Plattformen. Während seiner Zeit im Iran postete er mehrere Videos, darunter eines aus einer Wüste, das später als verdächtig eingeordnet wurde. Nach seiner Verhaftung blieb unklar, wo sich der junge Mann befand und wie es ihm ging.
Allerdings ist das Verfahren noch nicht endgültig abgeschlossen: Die iranische Staatsanwaltschaft hat die Möglichkeit, gegen die Freisprechung Widerspruch einzulegen. Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Festnahmen westlicher Ausländer im Iran. Frankreich wirft der Regierung vor, gezielt Bürger westlicher Länder unter fragwürdigen Vorwürfen inhaftiert zu halten.