Waffenruhe im Iran-Konflikt: Massive Spannungen trotz Vereinbarung
Unmittelbar nach der Verkündung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran entstehen ernsthafte Konflikte: Der Iran sperrt die Straße von Hormus, Israel setzt Angriffe im Libanon fort und beide Seiten werfen sich gegenseitige Vertragsverletzungen vor.
Die gerade vereinbarte Waffenruhe im Iran-Konflikt zeigt erste tiefe Risse. Der Iran meldet die Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus und warnt Schiffe vor der Passage ohne behördliche Genehmigung. Das US-Weiße Haus hingegen behauptet, der Schiffsverkehr habe bereits zugenommen und sei wieder normal. Unabhängige Schiffsverkehrsbeobachter berichten dagegen von unveränderter niedriger Aktivität.
Ein zentraler Streitpunkt ist der Libanon: Während der Iran und sein Vermittler Pakistan die Feuerpause auch für die dortige Hisbollah-Miliz beanspruchen, lehnen die USA und Israel dies ab. Israel setzt seine massiven Bombardierungen fort und fordert Hunderte von Todesopfern. Der Iran wirft den USA bereits Verstöße gegen drei von zehn zentralen Vereinbarungspunkten vor und stellt Verhandlungen in Frage.
Zudem berichten Katar und Kuwait von weiteren iranischen Angriffen mit Raketen und Drohnen trotz Waffenruhe. Der französische Präsident Macron drängt beide Seiten zur Einhaltung der Vereinbarung. Direkte Verhandlungen zwischen US-Delegierten und Iran sollen am Samstag in Pakistan beginnen.