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Iranische Stiftung: Mehr als 1200 Tote nach Angriffen auf Iran
In Iran sollen bei den israelischen und US-Luftangriffen bereits mindestens 1230 Menschen getötet worden sein. Das berichteten iranische Medien übereinstimmend unter Berufung auf die staatliche Stiftung für Märtyrer und Veteranen. Nach Angaben des Staatssenders Iribnews sind unter den Todesopfern Zivilisten wie Militärangehörige.
Bei der Organisation handelt es sich um eine staatlich finanzierte Stiftung, die seit ihrer Gründung Familien von im Krieg getöteten Menschen sowie Kriegsversehrten finanzielle und institutionelle Unterstützung gewährt. Sie veröffentlicht in Kriegszeiten auch Daten über Opfer. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die Hilfsorganisation Roter Halbmond berichtet von 105 zivilen Einrichtungen, die seit Beginn der Angriffe auf Iran schwer beschädigt sind. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna wurden auch Wohngebiete in mehreren Städten sowie Teile Teherans getroffen.
Ella Knigge
Nachrichtenressort

Aserbaidschan versetzt Streitkräfte in Einsatzbereitschaft
Der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew hat wegen des mutmaßlich iranischen Drohnenangriffs auf die Exklave Nachitschewan die Streitkräfte des Landes in Einsatzbereitschaft versetzt. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Azertag von einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates in Baku.
Die Armee solle zu jeder Art Einsatz bereit sein, sagte Alijew demnach. Vorher waren Drohnen am Flughafen und in Nähe einer Schule in Nachitschewan eingeschlagen. Iran bestreitet eine Verantwortung für den Angriff.
Der Staat Aserbaidschan verurteile den »abscheulichen Terrorakt«, hieß es in einer Erklärung von Alijews Präsidialamt. Iran müsse Auskunft geben, die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Aserbaidschan beteilige sich nicht an Operationen gegen Iran. Es schütze aber seine territoriale Integrität und werde sie weiter schützen.
Ella Knigge
Nachrichtenressort

Lufthansa fliegt bis Ende April nicht mehr nach Iran
Der Lufthansa-Konzern bleibt bei Flügen ins Krisengebiet Naher Osten vorsichtig. In die iranische Hauptstadt Teheran will Lufthansa mindestens bis zum 30. April nicht mehr fliegen. Nach Amman in Jordanien und Erbil in Nordirak soll es bis einschließlich 15. März keine Linienflüge geben. Tel Aviv bleibt bis einschließlich 22. März ausgesetzt, Beirut bis einschließlich 28. März.
Als Erstes werden die Flüge nach Larnaca auf Zypern an diesem Samstag (7. März) wieder aufgenommen. In dem EU-Staat war ein britischer Stützpunkt von einer mutmaßlich iranischen Drohne angegriffen worden. Ausgesetzt bleiben die Flüge nach Dubai, Abu Dhabi und Dammam in Saudi-Arabien bis einschließlich Dienstag, den 10. März, wie das Unternehmen mitteilte.
Zur Gruppe gehören neben der Kernmarke Lufthansa die Gesellschaften Austrian, Swiss, Eurowings, Brussels Airlines und die Beteiligung Ita.
Iran dementiert Angriff auf Aserbaidschan
Der iranische Generalstab weist Berichte über Drohnenangriffe auf Aserbaidschan zurück. Iran respektiere insbesondere die Souveränität der islamischen und benachbarten Länder, hieß es in einer Erklärung. Zugleich beschuldigte der Generalstab Israel, hinter den Drohnenangriffen zu stecken und die Beziehungen zwischen islamischen Ländern stören zu wollen.
Zuvor hatte Aserbaidschan Iran für Drohnenangriffe in der autonomen Exklave Nachitschewan verantwortlich gemacht und mit Vergeltung gedroht. Die Exklave ist vom Kernland Aserbaidschans im Südkaukasus abgeschnitten – das Gebiet ist von Armenien, Iran und der Türkei umgeben.
Francesco Collini
Auslandsressort
Krieg könnte laut britischem Staatssekretär Monate dauern
Großbritannien rechnet offenbar mit einem längeren Krieg in Iran. »Die Situation entwickelt sich noch, aber es gibt Anzeichen dafür, dass es sich um eine Krise handelt, die nicht Tage, sondern Wochen und möglicherweise Monate andauern wird«, sagte der für Nahost und Nordafrika zuständige Staatssekretär im Außenministerium Hamish Falconer im Parlament. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Ella Knigge
Nachrichtenressort

Offenbar weiteres iranisches Kriegsschiff vor Sri Lanka
Nach dem tödlichen Angriff auf eine iranische Fregatte im Indischen Ozean befindet sich nach Angaben der Regierung Sri Lankas ein weiteres Schiff der iranischen Marine nahe der Insel. Das Kriegsschiff liege noch in der sogenannten Exklusiven Wirtschaftszone (EEZ) Sri Lankas, also außerhalb der territorialen Gewässer, sagte Kabinettssprecher Nalinda Jayatissa im Parlament. Die Regierung prüfe, wie sie auf die Situation reagieren solle, und bemühe sich um eine Lösung, um die regionale Sicherheit zu wahren. An Bord sollen rund 100 Menschen sein.
Nach einem Angriff auf die iranische Fregatte IRIS »Dena« waren laut Regierung mindestens 80 Besatzungsmitglieder tot geborgen worden. Mehrere galten als vermisst. Laut übereinstimmenden Medienberichten wurde das Schiff von einem US-amerikanischen U-Boot mit einem Torpedo versenkt. Beide Schiffe sollen auf dem Rückweg in Iran gewesen sein, nachdem sie an einer Flottenschau in Indien teilgenommen hatten.
Libanon: Zahl der Toten steigt auf 77
Seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah am Montag sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums 77 Menschen getötet worden. 527 Menschen seien verletzt worden.
Wie viele der Opfer Zivilisten sind, war zunächst unklar. Zuvor hatte das Gesundheitsministerium mitgeteilt, dass sieben Kinder getötet worden seien.
Nach den Angriffen der USA und Israels auf Iran hatte die Hisbollah erstmals seit mehr als einem Jahr Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert. Israel reagierte mit Luftangriffen auf den Süden Libanons sowie die südlichen Vororte von Beirut. Zehntausende Menschen haben seitdem ihre Wohnorte verlassen.
Moskau: Teheran hat bisher nicht um militärische Unterstützung gebeten
Iran hat nach Angaben aus Moskau bislang keine militärische Unterstützung Russlands angefordert. Auf die Frage, ob Russland plane, Waffen an Iran zu liefern, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow, dass es keine solche Anfrage seitens Teherans gegeben habe.
Moskau und Teheran sind enge Verbündete. Der Westen wirft Iran vor, Russland in seiner Offensive gegen die Ukraine mit Drohnen und Raketen zu unterstützen.
Der erste Evakuierungsflug der Bundesregierung hat mehr als 250 Menschen aus dem Nahen Osten ausgeflogen. Nach der Landung am Frankfurter Flughafen berichten einige Passagiere, was sie erlebt haben – und wie sie es überhaupt bis zu dem Flug aus Oman geschafft haben.
Ella Knigge
Nachrichtenressort

US-Flieger dürfen französische Militärbasen im Nahen Osten nutzen
Vor dem Hintergrund des Irankriegs erlaubt Frankreich den USA vorerst die Nutzung seiner Militärstützpunkte in der vom Krieg betroffenen Region. Die Anwesenheit US-amerikanischer Flugzeuge auf französischen Stützpunkten sei »vorübergehend« genehmigt worden, teilte das französische Militär der Nachrichtenagentur AFP mit
»Im Rahmen unserer Beziehungen zu den Vereinigten Staaten wurde die Präsenz ihrer Flugzeuge auf unseren Stützpunkten in der Region vorübergehend genehmigt«, erklärte ein Sprecher der Vereinigten Stabschefs und bestätigte damit einen Bericht des Fernsehsenders LCI. »Diese Flugzeuge tragen zum Schutz unserer Partner am Golf bei.«
Der größte französische Militärstützpunkt befindet sich in Abu Dhabi. Dort hatte eine iranische Drohne am vergangenen Wochenende Sachschaden angerichtet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte den Stützpunkt im vergangenen Dezember besucht.
Spanien schickt Fregatte Richtung Zypern
Nach Großbritannien planen mehrere weitere europäische Länder, Kriegsschiffe Richtung Zypern zu schicken. Spanien wird laut spanischen Medienberichten die Fregatte »Christoph Kolumbus« entsenden, Frankreich demnach den Flugzeugträger »Charles de Gaulle«. Auch Italien hat angekündigt, Unterstützung senden zu wollen.
In der Nacht zu Montag war eine Drohne iranischer Bauart auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im Süden Zyperns unweit der bei Touristen beliebten Großstadt Limassol eingeschlagen. Opfer gab es nach Angaben der britischen und zyprischen Behörden nicht, sondern nur leichte Sachschäden (mehr dazu hier).
Kurdischer Präsident im Irak: keine militärische Eskalation
Angesichts von Spekulationen über eine Beteiligung kurdischer Milizen aus dem Irak hat der Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, Nechirvan Barzani, seinen Willen zum Frieden betont.
»Die Kurdistan-Region wird stets ein Grundpfeiler des Friedens bleiben und sich nicht auf Konflikte oder militärische Eskalationen einlassen, die das Leben und die Sicherheit unserer Bevölkerung gefährden«, hieß es in einer Erklärung Barzanis.
US-Präsident Donald Trump soll laut US-Medienberichten erwägen, die irakischen Kurden und oppositionelle Gruppen in Iran bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen. Die irakischen Kurden haben zahlreiche Kämpfer an der rund 1500 Kilometer langen Grenze zum Iran stationiert und teilweise auch Verbindungen zur kurdischen Minderheit in Iran.
Asien-Cup: Iranische Fußballerinnen salutieren und singen ihre Hymne
Noch am Montag hatte das iranische Fußballteam der Frauen bei einem Länderspiel gegen Gastgeber Australien während der Hymne kollektiv geschwiegen. Bei ihrer zweiten Asien-Cup-Partie sah das nun anders aus. Die Unsicherheit der iranischen Fußballerinnen war allerdings spürbar. In dieser Meldung lesen Sie mehr.
Israel gibt Zerstörung von Hisbollahzelle bekannt
Israels Armee will bei einem nächtlichen Drohnenangriff mehrere Mitglieder der Hisbollah-Miliz im Südlibanon getötet haben.
Demnach wurden die Mitglieder einer Zelle der Hisbollah identifiziert, als sie ein Gebäude der Kommandozentrale betraten. Die israelische Luftwaffe griff daraufhin laut Armee das Gebäude an und tötete die Männer.
Ella Knigge
Nachrichtenressort

Hochzeit im Bunker in Tel Aviv
Trotz des Krieges gegen Iran geht das Leben in Israel weiter: In einem Luftschutzraum in Tel Aviv hat ein Paar geheiratet. Die Braut trägt Weiß, der Bräutigam Anzug; die Gäste sind festlich gekleidet. Sie küssen sich, feiern – alles ganz normal, wäre da nicht die Location. Statt oberirdisch zu feiern, tanzen sie in der Tiefgarage des Dizengoff-Zentrums in der israelischen Großstadt. Ursprünglich sollte die Hochzeit in Petah Tikva stattfinden, wurde aber aufgrund des Krieges abgesagt. Daraufhin verlegten Freunde und Familie die Feier in den Bunker.
Die Bilder der Feier gingen viral. Auch sonst war es keine ganz normale Hochzeit: Der israelische Sender Rashet 13 war offenbar auch eingeladen, in mehreren Videos ist das Mikrofon des Senders zu sehen.
Kanada will Kriegsbeteiligung nicht ausschließen
Der kanadische Premierminister Mark Carney hat einer Beteiligung seines Landes keine kategorische Absage erteilt. Man könne eine Beteiligung nicht ausschließen, sagte Carney am Donnerstag bei einem Besuch in der australischen Hauptstadt Canberra. Die Frage sei aber »hypothetisch«.
»Wir werden an der Seite unserer Verbündeten stehen«, sagte Carney bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem australischen Premier Anthony Albanese. Außerdem werde Kanada »immer Kanadier verteidigen«.
Ella Knigge
Nachrichtenressort

Südkorea untersagt Bürgern Reisen nach Iran
Das Außenministerium in Südkorea hat eine neue Reisewarnung Stufe vier für Iran ausgerufen. Damit gilt de facto ein Reiseverbot. Die Änderung soll um 18.00 Uhr Ortszeit in Kraft treten. Für Iran galt seit Juni des vergangenen Jahres eine Reisewarnung der Stufe drei, mit der von allen Reisen abgeraten wurde.
Mit dieser Maßnahme wird das gesamte Staatsgebiet Irans zur Reiseverbotszone erklärt. Wer ohne Ausnahmegenehmigung nach Iran reist oder sich dort aufhält, muss mit Strafen rechnen. Das Außenministerium forderte Staatsangehörige, die eine Reise in die Region planen, dringend auf, ihre Reisen zu stornieren. Diejenigen, die sich derzeit in der Region aufhalten, wurden zur Evakuierung aufgefordert.
Ella Knigge
Nachrichtenressort

Aserbaidschan wurde von Drohnen aus Iran getroffen
Auf dem Gelände des Flughafens in der aserbaidschanischen Region Nachitschewan sind Drohnen aus Richtung Iran eingeschlagen. Wie das Außenministerium von Aserbaidschan mitteilt, traf eine Drohne das Terminalgebäude des Flughafens, eine weitere Drohne landete in der Nähe eines Schulgebäudes im Dorf Schekarabad.
Laut dem Außenministerium wurden zwei Zivilisten bei dem Vorfall verletzt. Aserbaidschan verurteilte den Angriff und verlangte eine Erklärung von Iran. Der iranische Botschafter wurde einbestellt. Solche Angriffe dürften sich nicht wiederholen, heißt es in der Mitteilung. Baku behalte sich das Recht vor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Die Exklave Nachitschewan ist vom Kernland Aserbaidschans im Südkaukasus abgeschnitten – das Gebiet ist von Armenien, Iran und der Türkei umgeben. Der internationale Flughafen liegt etwa zehn Kilometer von der iranischen Grenze entfernt.
Leseempfehlung: Warum die CIA die iranischen Kurden zum bewaffneten Aufstand bewegen will
Die USA und Israel wollen Irans Exilkurden aufrüsten. Das Ziel: Sie sollen in ihrer Heimat kämpfen. Die Erfolgsaussichten sind höchst unklar. Auch weil viele sich womöglich gar nicht einmischen wollen. Den ganzen Text lesen Sie hier.
Israel stellt Öffnung des Luftraums für Sonntag in Aussicht
Israels Verkehrsministerin Miri Regev hat angekündigt, dass Israel sich auf eine Öffnung des Luftraums für Auslandsflüge vorbereitet. »Nach Bewertung der Lage haben wir beschlossen, den Luftraum ab Sonntag für Auslandsflüge zu öffnen, vorbehaltlich der Sicherheitslage«, sagt Regev laut israelischen Medien. Im Laufe des Tages werde es weitere Informationen geben.
USA sichern Israel Beistand »bis zum Ende« zu
Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Israel aufgefordert, im Krieg gegen Iran durchzuhalten. Im Telefonat mit Israels Verteidigungsminister Israel Katz habe Hegseth erklärt: »Macht weiter bis zum Ende – wir sind bei euch.«
Katz habe Hegseth zudem für die umfangreiche Unterstützung der USA bei der Verteidigung der israelischen Bürger gegen die iranische Raketenbedrohung gedankt.
Wie lange es noch bis »zum Ende« dauern wird, ist unklar. Während seiner Pressekonferenz im Pentagon gab Hegseth keinen definitiven Zeitplan für die US-Operationen bekannt. »Man kann von vier Wochen sprechen, aber es könnten auch sechs sein. Es könnten acht sein. Es könnten drei sein«, sagte Hegseth. »Letztlich bestimmen wir das Tempo und den Rhythmus. Der Feind ist aus dem Gleichgewicht geraten, und wir werden dafür sorgen, dass er es bleibt.«
Ella Knigge
Nachrichtenressort

Meloni will Flugabwehr der Golfstaaten unterstützen
Die italienische Premierministerin Georgia Meloni will den Golfstaaten im Irankrieg helfen. »Wie Großbritannien, Frankreich und Deutschland beabsichtigt auch Italien, den Golfstaaten Hilfe zu leisten, insbesondere im Bereich der Verteidigung und vor allem der Luftverteidigung«, sagte Meloni dem italienischen Radiosender RTL 102.5.
Meloni betonte, »dass wir uns nicht im Krieg befinden und auch keinen Krieg wollen«. Trotzdem wolle Italien helfen, »nicht nur, weil es sich um befreundete Nationen handelt, sondern vor allem, weil Zehntausende Italiener in der Region leben und dort rund 2000 italienische Soldaten stationiert sind – Menschen, die wir schützen wollen und müssen«, sagte sie.
Iran will US-Tanker mit Rakete getroffen haben
Der vor der Küste von Kuwait im Persischen Golf attackierte Tanker soll laut iranischen Staatsmedien den USA angehören. Demnach ist das Schiff von einer iranischen Rakete getroffen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Tasnim. Der US-Tanker soll laut dem Bericht »in Flammen stehen«. Vonseiten der USA gab es zunächst keinen Kommentar.
Ella Knigge
Nachrichtenressort

Erste Rückholflieger in Israel gelandet
Auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv sind erste Flüge mit israelischen Rückkehrern gelandet. Die israelischen Fluggesellschaften El Al und Israir teilten mit, eine Kampagne zur Rückführung ihrer Fluggäste in ihre Heimat habe damit begonnen. Ein Pilot von El Al sprach von einem »bewegenden Moment für uns alle«.
El Al teilte mit, in den kommenden Tagen seien weitere Flüge geplant. Nach Beginn des Kriegs am Samstag hatte Israel zunächst seinen Luftraum für zivile Flugzeuge gesperrt. Die Rückführungsaktion für Reisende, die im Ausland gestrandet waren, gilt allerdings zunächst nur für israelische Fluggesellschaften und deren Kunden. Die Zahl der Flüge, die in Tel Aviv landen können, soll zunächst beschränkt bleiben, solange Raketenangriffe aus Iran und dem Libanon auf die Küstenmetropole andauern.
Israir bietet ihren Kunden etwa Rückflüge aus verschiedenen europäischen Städten nach Tel Aviv an, darunter Rom, Berlin und Athen. Eine weitere Möglichkeit sind Flüge über den ägyptischen Grenzort Taba, von dem aus israelische Reisende dann mit Bussen nach Tel Aviv gebracht werden. Nach Medienberichten waren mit Kriegsbeginn rund 100.000 Israelis im Ausland gestrandet.
Ella Knigge
Nachrichtenressort

Australien sendet Militärflieger in den Nahen Osten
Zwei Flieger des Militärs sollen australische Staatsbürger aus der Region evakuieren. Es wurden ein Schwertransportflugzeug und eine Treibstofftransportmaschine entsandt, erklärten Regierungsbeamte der Nachrichtenagentur AFP. Australierinnen und Australier sollten sich jedoch vorrangig um kommerzielle Flüge für eine Heimreise bemühen.
Der australische Premierminister Anthony Albanese bestätigte im Parlament, dass »militärische Mittel« in die Region entsandt worden seien. »Ich danke den Australiern, die sich in eine gefährliche Situation begeben, um ihren Landsleuten zu helfen«, fügte Albanese hinzu.
Offiziellen Angaben zufolge befinden sich 115.000 australische Staatsbürger in der Region. Etwa 200 Australier kamen am Mittwochabend mit einem Emirates-Flug aus Dubai an, es sollen drei weitere kommerzielle Flüge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Australien starten.
Erster deutscher Evakuierungsflug in Frankfurt gelandet
Um 7.39 Uhr ist am Frankfurter Flughafen der erste Evakuierungsjet der Bundesregierung angekommen. Das geht aus Daten der Flugdienstleister Flightradar24 und Flightaware hervor. Die Lufthansa-Maschine vom Typ Airbus A340-300 war in der Nacht aus Omans Hauptstadt Maskat gestartet.
An Bord des Fluges LH345 befinden sich Menschen, die von der Bundesregierung ausgewählt worden sind. Sie waren infolge des US-israelischen-Angriffs auf Iran in der Golfregion gestrandet und mussten über den Landweg nach Maskat gebracht werden. Nach den Worten von Bundesaußenminister Johann Wadephul sollten besonders verwundbare Gruppen ausgewählt werden, also etwa Schwangere, Kranke oder Kinder.
»Bitter bereuen«: Iranischer Außenminister verurteilt US-Angriff auf Kriegsschiff
Der iranische Außenminister, Abbas Araghchi, erklärte am Donnerstag, dass die USA »den Präzedenzfall, den sie geschaffen haben, bitter bereuen werden«, nachdem ein US-U-Boot vor der Küste Sri Lankas eine iranische Fregatte versenkt hatte.
Die Äußerung von Abbas Araghchi ist die erste offizielle Stellungnahme der iranischen Regierung zum Untergang der IRIS »Dena« im Indischen Ozean.
Araghchi erklärte auf der Plattform X: »Die USA haben 2000 Meilen vor der iranischen Küste eine Gräueltat auf See begangen.« Demnach sei die Fregatte »Dena«, »ein Gast der indischen Marine mit fast 130 Seeleuten an Bord«, »ohne Vorwarnung in internationalen Gewässern angegriffen« worden.
Israel startet »großflächige Angriffswelle« auf Teheran
Das israelische Militär greift nach eigenen Angaben die iranische Hauptstadt Teheran an. Die israelische Armee »hat gerade eine groß angelegte Angriffswelle auf die Infrastruktur des iranischen Terrorregimes in ganz Teheran begonnen«, hieß es in einer entsprechenden Mitteilung.
Zuvor hatte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim Explosionen in Teheran gemeldet. Iran habe seine Abwehrsysteme aktiviert.
Börsen in Japan und Südkorea erholen sich deutlich
Nach den Einbrüchen infolge des Kriegs im Nahen Osten verzeichnen die Börsenkurse in Japan und Südkorea erstmals eine merkliche Besserung. Der japanische Nikkei-Index schaffte bis zehn Uhr (Ortszeit) ein Plus von über vier Prozent, der südkoreanische Leitindex KOSPI stieg sogar um knapp zwölf Prozent. Die Markterholung wird von Beobachtern unter anderem mit dem sich stabilisierenden Ölpreis erklärt.
Die Börsen in Tokio und Seoul können damit einen Teil der Verluste von Beginn der Woche wieder kompensieren. Wegen des sich ausweitenden Irankriegs kam es zu massiven Verkäufen, der KOSPI erlitt am Mittwoch mit Minus zwölf Prozent den stärksten Kurseinbruch in der Geschichte des Leitindexes.
Südkorea und Japan hängen stark von Ölimporten aus dem Nahen Osten ab, die größtenteils über die Straße von Hormus transportiert werden. Derzeit ist der Schiffsverkehr in der Meeresenge wegen des Kriegs stark eingeschränkt und gilt als sehr riskant. Zudem sind die Preise für Rohöl seit Kriegsbeginn deutlich gestiegen.
Iran setzt Angriffe auf Israel fort – Explosionen in Teheran
Auch in der Nacht auf Donnerstag hat Iran Israel weiter angegriffen. Die israelischen Streitkräfte alarmierten wegen iranischer Raketenangriffe in weniger als zwei Stunden dreimal die Bevölkerung. In Jerusalem waren Explosionen zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die Rettungsdienste erklärten, es lägen keine Berichte über Verletzte vor.
In der iranischen Hauptstadt Teheran waren derweil Explosionen zu hören, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Iran habe seine Abwehrsysteme aktiviert.
Kartellamt soll Preissprünge an deutschen Tankstellen überprüfen
Diesel kostet vielerorts mehr als zwei Euro, Super kaum weniger: Nach Ausbruch des Irankriegs schnellen die Spritpreise nach oben. Wirtschaftsministerin Reiche lässt das nun auf Abzocke durchleuchten. Mehr dazu erfahren Sie jetzt in dieser Meldung.
USA planen derzeit keinen Einsatz von Bodentruppen in Iran, sagt Trumps Sprecherin
Ein Einsatz von US-Bodentruppen in Iran ist nach Angaben des Weißen Hauses derzeit nicht geplant. »Sie sind derzeit nicht Teil des Plans für diese Operation«, sagte Donald Trumps Sprecherin Karoline Leavitt auf Nachfrage bei einer Pressekonferenz. Zugleich wollte sie eine solche Option grundsätzlich nicht ausschließen. Man werde dem Präsidenten als Oberbefehlshaber »keine militärischen Optionen vom Tisch nehmen«.
Leseempfehlung: An dieser Stelle haben die Ajatollahs die Weltwirtschaft im Würgegriff
Fast jeder dritte Liter Öl kommt aus der Region um den Persischen Golf, beim Flüssigerdgas sieht es ähnlich aus. Nun blockiert Iran die Straße von Hormus. Karten zeigen, wie abhängig die Welt ist. Mehr dazu lesen Sie hier.
US-Regierung dementiert Berichte über Bewaffnung von Kurden
Will die US-Regierung kurdische Gruppen im Irankrieg bewaffnen? Das Weiße Haus hat entsprechende Berichte zurückgewiesen. Die Behauptung, US-Präsident Donald Trump habe derlei Plänen zugestimmt, sei falsch, sagte seine Sprecherin Karoline Leavitt in Washington. Richtig sei, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Irak gesprochen habe.
Trump soll Berichten zufolge mit dem irakischen Kurdenführer Masud Barsani gesprochen haben. Laut dem »Wall Street Journal« soll Trump erwägen, die irakischen Kurden bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen. Einem CNN-Bericht zufolge arbeitet der US-Geheimdienst CIA daran, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Die US-Regierung sei dazu in Gesprächen sowohl mit der iranischen Opposition als auch mit Kurdenvertretern im Irak, berichtete der US-Sender unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.
Die Vereinigten Staaten und Israel greifen weiter Ziele in Iran an. Ein US-U-Boot versenkt ein iranisches Kriegsschiff im Indischen Ozean. Teheran antwortet mit Gegenschlägen. Und ein Streit zwischen den USA und Spanien wegen einer Militärkooperation geht in die nächste Runde. Was am Mittwoch noch geschah, lesen Sie hier nach. Hier geht es mit den aktuellen Entwicklungen weiter.




