Ölpreise bleiben überraschend niedrig trotz Blockade der Hormus-Straße
Die Straße von Hormus ist seit über drei Monaten praktisch unpassierbar. Dennoch notiert Rohöl nur knapp über 90 Dollar – deutlich unter den Erwartungen. Drei Faktoren erklären die unerwartet niedrigen Preise.
Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran führt zu einer angespannten Versorgungslage auf dem Ölmarkt. Trotzdem reagieren die Preise bislang deutlich gedämpfter als befürchtet. Mit knapp über 90 Dollar liegt Rohöl etwa 30 Dollar unter seinen Höchstständen vom April – obwohl die globalen Lagerbestände rapide schrumpfen.
Analysten rätseln, warum sich die Knappheit nicht stärker im Preis abbildet. Experten befürchten eigentlich Notierungen um 150 Dollar. Offenbar gibt es mehrere Faktoren, die die tatsächliche Engpässituation am Markt verschleiern und damit auch das Preisniveau dämpfen.
Marktbeobachter warnen jedoch vor Entspannung: Je länger die strategischen Reserven leer werden und je länger die Meerenge blockiert bleibt, desto wahrscheinlicher werden laut Experten abrupte Preissprünge. Die deutsche Wirtschaft rechnet bereits mit erheblichen Belastungen durch einen neuen Ölpreisschock.