Ölpreis fällt nach Tanker-Passage durch Hormus-Straße
Die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus löst Entspannungssignale aus. Der Brent-Rohölpreis sinkt deutlich, während Verhandlungen zwischen USA und Iran an Fahrt gewinnen.
Am Mittwoch ist der Ölpreis um mehr als fünf Prozent gefallen – der stärkste Tagesrückgang seit Beginn des Iran-Konflikts im Februar. Ausgelöst wurde dies durch die erfolgreiche Passage von Tankern durch die strategisch wichtige Meerenge von Hormus. Nach iranischen Angaben passierten in den vergangenen 24 Stunden mindestens 26 Handelsschiffe die Meerenge, unter ihnen Öltanker mit irakischem Rohöl. Marktbeobachter deuten dies als mögliches Zeichen einer schrittweisen Normalisierung der Energielieferungen aus dem Persischen Golf.
Allerdings warnen Fachleute zur Vorsicht: Im laufenden Mai wurden nur etwa 17 Millionen Barrel durch die Straße transportiert, deutlich weniger als im April mit knapp 28 Millionen Barrel. Der Iran kontrolliert den Schiffsverkehr streng und hat dafür eigene Behörden geschaffen. Reedereien müssen sich koordinieren; Durchfahrten ohne Genehmigung werden als illegal betrachtet.
Parallel zeigen sich erste Erfolge in diplomatischen Bemühungen. US-Präsident Trump erklärt die Verhandlungen in der Endphase und gibt sich geduldig. Der Iran und die USA tauschen Botschaften auf Grundlage eines 14-Punkte-Plans aus. Allerdings bleibt die Situation fragil: Die Revolutionsgarden drohen bei neuen Angriffen mit regionaler Eskalation, während Netanjahu den Verhandlungen offenbar skeptisch gegenübersteht.