Iran-News heute: Huthi-Miliz greift Israel zum zweiten Mal in Folge an

Iran-News heute: Huthi-Miliz greift Israel zum zweiten Mal in Folge an

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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost  

  • Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz hat am Samstagmorgen und -abend Israel mit Drohnen und Raketen attackiert. Es sind die ersten Angriffe seit Beginn des aktuellen Kriegs.
  • Die »Washington Post« berichtet, dass sich das Pentagon auf wochenlange Bodenoperationen in Iran vorbereitet. Unklar ist dem Bericht zufolge, ob US-Präsident Trump dem Plan zustimmt.
  • Israel greift weiter Ziele in Iran und im Libanon an. Das Regime in Teheran reagiert mit Gegenangriffen.   

Mehr Hintergrund und Analyse mit SPIEGEL+

Regionale Außenminister diskutieren in Pakistan über Irankrieg

Die Außenminister von Pakistan, Saudi-Arabien, Ägypten und der Türkei haben sich in Islamabad zu Gesprächen versammelt. Das gab das pakistanische Außenministerium auf X bekannt. Pakistans Vize-Premierminister und Außenminister Ishaq Dar werde den für Sonntag und Montag geplanten Besuch für ausführliche Gespräche darüber nutzen, wie der Konflikt in der Region entspannt werden könnte, teilte das pakistanische Außenministerium mit.

Pakistan teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit Iran und hat sich seit der Ausweitung des Krieges auf die Golfstaaten als Vermittler für eine mögliche Beendigung des Konflikts angeboten. Außenminister Dar bestätigte, dass Pakistan Botschaften zwischen den USA und Iran übermittle.

Mein Kollege Thore Schröder hat mit dem Islamforscher Simon Fuchs über die Rolle Pakistans im Irankrieg gesprochen. Lesen Sie hier, wie das Land zum wichtigen Vermittler zwischen Iran und den USA wurde.

Zwei libanesische Rettungssanitäter bei israelischem Angriff getötet

Bei einem israelischen Angriff auf eine Einrichtung einer Gesundheitsorganisation sind zwei Rettungssanitäter ums Leben gekommen, wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtet.

Ohne auf den konkreten Angriff einzugehen, sagte ein israelischer Militärsprecher, die Hisbollah müsse es unverzüglich einstellen, Rettungswagen für militärische Zwecke zu nutzen. Andernfalls werde das israelische Militär entsprechend handeln. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind im März bereits mehr als fünfzig libanesische Mitarbeiter des Gesundheitswesens getötet worden.

Wissenschaftlicher Dienst des Bundestags bewertet Irankrieg als Völkerrechtsverstoß

Die Angriffe der USA und Israel gegen Iran stellen »nach herrschender Ansicht« einen Verstoß gegen das Gewaltverbot in der Charta der Vereinten Nationen dar: Zu diesem Ergebnis kommt der wissenschaftliche Dienst des Bundestags. Die Angriffe seien weder vom Recht der Selbstverteidigung gedeckt noch vom UN-Sicherheitsrat autorisiert worden. Das Gutachten der Experten wurde von Abgeordneten der Linksfraktion in Auftrag gegeben. 

Die Wissenschaftler gehen in ihrer Analyse der Frage nach, ob Deutschland völkerrechtlich Verantwortung trage, wenn etwa der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein für Angriffe gegen Iran genutzt wird. Es sei »vorbehaltlich der konkreten Umstände der Nutzung (…) jedenfalls nicht ausgeschlossen«, heißt es. Inwieweit Ramstein für die Angriffe auf Iran genutzt wird, ist allerdings unklar.

Spediteure warnen vor höheren Preisen für Verbraucher

Der teure Diesel belastet das Speditionsgewerbe: Seit Beginn des Irankriegs sei der Preis pro Liter um etwa 40 Cent gestiegen, sagt Dirk Engelhardt, Chef des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Bei einer Flotte von 50 Lkw könnten so Mehrkosten von etwa 700.000 Euro im Jahr entstehen, schätzt er. »Dass dies früher oder später Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben könnte, ist naheliegend«. Die Transportbranche fordert angesichts der stark gestiegenen Dieselpreise kurzfristige staatliche Entlastungen.

Iran wirft USA falsches Spiel vor und warnt vor den Folgen einer Bodenoffensive

Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf hat den USA vorgeworfen, »Signale für Verhandlungen und Dialog« zu senden, während zugleich eine Bodenoffensive vorbereitet werde. Das berichtet die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna.
 
Zuvor hatte die »Washington Post« berichtet, dass die USA damit rechnen würden, dass eine Bodenoperation in Iran viele Wochen dauere. Ghalibaf sagte, die iranische Armee warte auf »die Ankunft der amerikanischen Soldaten, um sie in Brand zu setzen und ihre regionalen Verbündeten ein für alle Mal zu bestrafen«.

Lesen Sie hier eine Analyse meiner Kollegen Christoph Reuter und Fritz Schaap über die Rolle des Hardliners Ghalibaf in Iran.

Leo XIV. prangert religiöse Kriegsrhetorik an 

Papst Leo XIV. hat sich in seiner Predigt am Palmsonntag deutlich gegen Krieg ausgesprochen. »Das ist unser Gott: Jesus, der König des Friedens«, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche laut dem Vatikan bei der Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz. »Ein Gott, der den Krieg ablehnt, den niemand dazu benutzen kann, um Krieg zu rechtfertigen.« Gott weise die Gebete jener zurück, die Blut an ihren Händen haben. 

Das Umfeld von Donald Trump hat den Waffengang gegen Iran auch als eine Art heiligen Krieg inszeniert. Lesen Sie hier die Analyse von meinem Kollegen Marc Pitzke zur Endzeitrhetorik und den religiösen Tiraden von Trumps Unterstützern.

»No Kings« und »No Wars«: Proteste gegen Trump und den Irankrieg in den USA

Mindestens acht Millionen Menschen haben nach Angaben der Organisatoren am Samstag an den dritten US-weiten »No Kings«-Protesten gegen Präsident Donald Trump teilgenommen. Angesichts des Irankriegs spielte auch die Forderung »No Wars« eine zentrale Rolle bei den mehr als 3300 Demonstrationen im Land.

Syrische Armee meldet abgewehrten Drohnengriff auf US-Stützpunkt 

Aus dem Nachbarland Irak ist laut den syrischen Streitkräften eine US-Basis attackiert worden. »Heute wurde die US-Militärbasis in Kasrak mit vier Drohnen angegriffen, die von irakischem Territorium aus gestartet worden waren«, teilt Vizeverteidigungsminister Sipan Hamo auf X mit. Die Drohnen seien abgeschossen worden, Verletzte habe es nicht gegeben.

Bereits gestern hatte die syrische Armee erklärt, einen Drohnenangriff aus dem Irak auf den Stützpunkt al-Tanf abgewehrt zu haben. In al-Tanf im Südosten Syriens waren bis Februar US-Soldaten stationiert. Seit Beginn des Krieges haben proiranische Gruppen vom Irak aus wiederholt US-Einrichtungen in der Region attackiert.

Saudi-Arabien meldet Drohnenangriff

Zehn Drohnen seien in den vergangenen Stunden zerstört worden, meldet das saudi-arabische Verteidigungsministerium. Details zu den Angriffen teilt die Behörde nicht mit. 

Saudi-Arabiens Außenminister wird heute zu diplomatischen Gesprächen in Pakistan erwartet. In Islamabad werden die Außenminister von Pakistan, der Türkei, Ägypten und Saudi-Arabien zusammentreffen, um über die Situation in Nahost zu sprechen.

Leseempfehlung: Wie Trumps Anhänger sich den Krieg schönreden

Auf der jährlichen CPAC-Konferenz spielt die America-First-Bewegung heile Welt, schreibt meine Kollegin Nicola Abé. Wohl auch deshalb, weil ihre Spaltung schon so tief ist, dass über ein Ende des Trumpismus spekuliert wird. Lesen Sie hier, wie die Intervention in Nahost auf das »Make America Great Again«-Universum wirkt

Oman: Hintergrund des Angriffs auf Hafen bislang unklar 

Das Außenministerium von Oman hat Angriffe auf sein Staatsgebiet verurteilt. Bislang habe sich niemand zu der Attacke bekannt, bei der gestern der Hafen in Salalah getroffen wurde, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Man werde den Hintergrund der Attacke nun untersuchen. Bei dem Angriff wurde ein Arbeiter verletzt und ein Kran beschädigt. Der Hafen musste geräumt werden und bleibt vorübergehend gesperrt.

Laut Al Jazeera hatten die iranischen Revolutionswächter gestern nach dem Vorfall vermeldet, man habe ein US-Militärschiff »in beträchtlicher Entfernung« zum Hafen in Salalah angegriffen. Man respektiere »das friedliche Land Oman«, hieß es demnach weiter.

Israel bestätigt Angriffe in Teheran

Das israelische Militär meldet auf der Plattform X, dass eine erneute Angriffswelle auf Ziele in der iranischen Hauptstadt abgeschlossen sei. Man habe Waffenlager und -produktionsstätten sowie provisorische Kommandozentralen getroffen, heißt es. 

Zuvor hatte es Medienberichte vonn CNN und Al Jazeera über starke Explosionen in Teheran gegeben. Al Jazeera meldet zudem, dass die iranische Nachrichtenagentur Fars über fünf Tote nach Angriffen in der iranischen Provinz Hormusgan berichtet.

Leseempfehlung: Was der Krieg für Ihr Geld bedeutet – und wie Sie damit umgehen sollten

Ein Liter Sprit kostet mehr als zwei Euro, der Heizölpreis ist um 50 Prozent gestiegen und Ihr Aktiendepot sah auch schon mal besser aus. Meine Kollegen Michael Brächer, Henning Jauernig und Benedikt Müller-Arnold haben aufgeschrieben, was Sie jetzt tun können, um die finanziellen Folgen des Irankriegs abzufedern

Israel meldet Tod eines Soldaten im Südlibanon

Ein israelischer Soldat ist bei Kämpfen im Südlibanon ums Leben gekommen: Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf Angaben des israelischen Militärs. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Damals feuerte die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Soldaten über die Grenze.

Videoempfehlung: Hier entlädt sich die Wut auf Donald Trump 

In den USA sind in zahlreichen Städten Bürgerinnen und Bürger gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Für den SPIEGEL war Thies Schnack bei den »No Kings«-Protesten in Washington, D.C. unterwegs und hat mit Demonstranten gesprochen. Hier geht’s zum Video.

Pentagon bereitet sich offenbar auf wochenlange Bodenoperationen in Iran vor

Es wäre eine gefährliche neue Phase des Irankriegs: Die »Washington Post« berichtet, dass sich das Pentagon auf Bodenoperationen in Iran vorbereitet. Die Zeitung beruft sich dabei auf Angaben von US-Beamten, die namentlich nicht genannt werden.

Bei diesen möglichen Bodenoperationen handelt es sich der Zeitung zufolge nicht um eine vollständige Invasion. Die Rede ist stattdessen unter anderem von einzelnen Spezialeinsätzen des US-Militärs in Iran. Solche Pläne werden laut »Washington Post« seit Wochen im Pentagon erarbeitet. Noch sei unklar, ob US-Präsident Donald Trump den Plan im Ganzen oder in Teilen genehmigen werde, heißt es in dem Bericht weiter.

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte der Zeitung: »Es ist die Aufgabe des Pentagon, Vorbereitungen zu treffen, um dem Oberbefehlshaber ein Maximum an Handlungsspielraum zu verschaffen. Das bedeutet nicht, dass der Präsident eine Entscheidung getroffen hat.«

Berichte über den möglichen Einsatz von US-Bodentruppen in Iran waren zuletzt verstärkt aufgekommen. Auch, weil Washington Tausende Soldaten zusätzlich in den Nahen Osten verlegt. Mehr dazu, was Trumps Truppen im Persischen Golf ausrichten können, erfahren Sie hier. Und mehr über den Schlingerkurs des US-Präsidenten können Sie hier nachlesen. 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
hier halten wir Sie auch in den kommenden Stunden über alles Wichtige rund um den Irankrieg auf dem Laufenden. Wenn Sie nachlesen wollen, was am Samstag geschah, dann bitte hier entlang.

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Mit Material der Agenturen

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