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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- US-Präsident Donald Trump will den Krieg laut einem Medienbericht offenbar beenden, auch wenn die Straße von Hormus noch blockiert ist. Später rief er Verbündete dazu auf, die Meerenge mit eigenen Streitkräften zu sichern, wenn sie Öl bekommen möchten.
- Israel ist nach eigenen Angaben für einen »wochenlangen« Krieg aufgestellt.
- Italien hat den USA laut Medienberichten untersagt, auf einem ihrer Militärstützpunkte zu landen.
- Bei Angriffen in Iran und Israel hat es nach Angaben der örtlichen Behörden Tote und Verletzte gegeben. In den Golfstaaten wurden Menschen durch Trümmerteile verletzt.
- Drei chinesische Schiffe haben die Straße von Hormus passiert. Der Sicherheitsausschuss des iranischen Parlaments hatte zuvor eine Maut für die Meerenge gebilligt.
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- Ausgerechnet JD Vance soll jetzt Trumps Irankrieg beenden. Der US-Präsident hat seinen Vize zum Verhandler mit dem Regime ernannt. Das kann ihn zum Helden machen. Oder seine Karriere gefährden.
Israel plant Zerstörung von Grenzdörfern im Libanon
Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat die Zerstörung aller Häuser in grenznahen Dörfern im Süden des Libanon angekündigt. Damit solle die Bedrohung durch die Hisbollah-Miliz »ein für alle Mal beseitigt« werden, sagte Katz. Als Vorbild nannte er die im Gazakrieg weitgehend zerstörten Orte Rafah und Beit Hanun. Die Rückkehr von mehr als 600.000 geflohenen Bewohnern südlich des Litani-Flusses werde vollständig untersagt, solange die Sicherheit der israelischen Grenzbevölkerung nicht gewährleistet sei.
Die israelische Armee ist bereits auf libanesisches Gebiet vorgedrungen und führt dort Bodeneinsätze durch. Katz bekräftigte, Israel wolle das Gebiet bis zum Litani-Fluss bis auf Weiteres kontrollieren. Libanesische Sicherheitskreise berichten von massiven Schäden in zahlreichen Grenzdörfern sowie von verstärkten israelischen Angriffen in der Bekaa-Ebene, mit denen Versorgungswege der Hisbollah unterbrochen werden sollen.
Hegseth: Iran nach wie vor zu Militärschlägen fähig
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat soeben die erste Pressekonferenz zum Irankrieg seit bald zwei Wochen abgehalten. Dabei lobte er den Einsatz der US-Truppen in Nahost, die er am Wochenende besucht habe. Zu aktuellen Entwicklungen im Irankrieg äußerte er sich dagegen wenig konkret: »Die nächsten Tage werden im Nahostkonflikt entscheidend sein«, so Hegseth.
Er forderte Iran erneut auf, einen Deal mit den USA abzuschließen. »Wir haben immer mehr Optionen und sie immer weniger«, sagte er mit Blick auf Teheran. Gleichzeitig räumte er ein, Iran sei auch nach einem Monat Krieg zu Gegenschlägen fähig.
Wie US-Präsident Donald Trump kritisierte auch er die Europäer dafür, dass sie – aus Sicht der Trump-Regierung – den USA nicht ausreichend im Irankrieg helfen. Danach gefragt, ob die in der Region eintreffenden US-Soldaten in einer Bodenoffensive eingesetzt würden, sagte Hegseth: »Verrate deinem Feind nicht, was du zu tun oder zu lassen bereit bist.« Wie lange der Irankrieg noch andauern würde, entscheide Trump allein, sagte Hegseth.
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Analyse: Die Schwäche der iranischen Führung könnte zum Problem für Trump werden
Wenn man Donald Trump glaubt, ist das Ziel eines Machtwechsels in Iran bereits erreicht. »Das eine Regime wurde dezimiert, vernichtet, sie sind alle tot. Das nächste Regime ist größtenteils tot«, sagte der US-Präsident. Nun habe man mit einem »dritten Regime« zu tun, größtenteils »sehr vernünftige« Leute, die angeblich unbedingt einen Deal mit den USA machen wollten.
Tatsächlich haben die USA und Israel eine Reihe von iranischen Regimekadern getötet, allen voran Staatsoberhaupt Ali Khamenei. Doch die Islamische Republik scheint nach wie vor intakt. Ali Khamenei wurde durch seinen Sohn Mojtaba ersetzt, Revolutionswächter haben mehr und mehr die Kontrolle übernommen.
Dass die politisch-religiöse Führung geschwächt ist, könnte paradoxerweise noch zu einem Problem für Trump werden. Iranische Regimevertreter hätten Schwierigkeiten, sich zu treffen und würden auch nur bedingt über Telefon kommunizieren, aus Angst, abgehört und attackiert zu werden, berichtet die »New York Times« unter Berufung auf Geheimdienstquellen.
Sollte es zu Gesprächen zwischen den USA und Iran kommen, könnte das Schwierigkeiten verursachen. Iranische Unterhändler könnten Mühe haben, Positionen mit der Staatsspitze abzustimmen. Hardliner innerhalb der Revolutionswächter könnten unterdessen eigene Fakten auf dem Schlachtfeld schaffen.
Menschen in Golfstaaten durch Trümmerteile verletzt
Herabfallende Trümmerteile haben in Dubai und in Saudi-Arabien mehrere Menschen leicht verletzt. In der Provinz Chardsch südöstlich der saudi-arabischen Hauptstadt Riad seien zwei Personen getroffen worden, berichtet die Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf den Zivilschutz. Außerdem seien drei Häuser und mehrere Fahrzeuge beschädigt worden.
Im Süden Dubais sind laut den Behörden nach einer »erfolgreichen Abfangaktion« Trümmer auf Wohnhäuser gestürzt. Vier Menschen wurden demnach verletzt.
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Iran bestätigt Angriffe auf Militäreinrichtungen in Isfahan
Iran hat die nächtlichen Bombardierungen von Militäreinrichtungen in der Provinz Isfahan bestätigt. Das Ausmaß der Schäden oder die Zahl der Toten und Verletzten ließe sich noch nicht überblicken, zitierte die halbstaatliche Nachrichtenagentur Isna den Vizegouverneur der Provinz.
Die USA hatten laut dem »Wall Street Journal« ein großes Munitionsdepot in Isfahan mit bunkerbrechenden Bomben angegriffen. US-Präsident Donald Trump postete am Montagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social einen Videoclip, der Explosionen zeigte. Kontext nannte er nicht, laut »Wall Street Journal« handelte es sich aber um Aufnahmen des Angriffs in Isfahan.
Krieg verteuert Verbraucherpreise in der Eurozone um 2,5 Prozent
Durch die hohen Ölpreise hat die Inflation in der Eurozone deutlich angezogen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise im März um 2,5 Prozent zu, teilte das Statistikamt Eurostat nach einer ersten Schätzung mit. Im Februar hatte die Inflationsrate bei 1,9 Prozent gelegen.
Es ist der stärkste monatliche Anstieg seit einem ähnlichen Energieschock im Jahr 2022. Volkswirte hatten im Schnitt einen noch etwas stärkeren Anstieg auf 2,6 Prozent erwartet. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an. Einige Währungshüter deuteten jüngst an, dass die EZB bereits bei ihrer nächsten Sitzung am 30. April wieder mit Zinserhöhungen beginnen könnte.
Israel bereit für »wochenlange« Kämpfe
Laut einem Militärsprecher ist Israel im Irankrieg darauf vorbereitet, noch »wochenlang« weiterzumachen. »Wir haben die Ziele dafür, die Munition dafür, die personellen Ressourcen dafür, und es liegt an der Führung, zu entscheiden«, sagte Oberstleutnant Nadav Shoshani.
Der israelische Premier Benjamin Netanyahu hatte zuvor erklärt, dass mehr als die Hälfte der Kriegsziele in Iran erreicht sei.
Mehrere Verletzte nach Raketenangriff im Großraum Tel Aviv
Nach Angaben der Polizei sind rund um Tel Aviv mehrere iranische Geschosse oder Trümmerteile eingeschlagen. Sprengstoffexperten und Einsatzkräfte seien vor Ort, hieß es in einer Mitteilung. Laut dem israelischen Rettungsdienst Magen David Adom wurden mindestens sechs Menschen verletzt. Israelische Medien berichteten von beschädigten Gebäuden und Fahrzeugen.
Ölpreis steuert auf Rekord-Monatsplus zu
Der Krieg im Nahen Osten hat den Ölpreis im ablaufenden Monat so stark steigen lassen wie noch nie. Der Preis für die Nordseesorte Brent legte im März um rund 59 Prozent zu. Das ist der größte Monatsanstieg seit Beginn der Aufzeichnungen.
Zuletzt gaben die Ölpreise leicht nach: Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich am Dienstag um 0,6 Prozent auf 112,05 Dollar. Das US-Öl WTI notierte 0,8 Prozent schwächer bei 102,08 Dollar.
Staatsmedien: Tote nach Angriff in Nordwestiran
Bei einem Luftangriff auf eine religiöse Anlage in der iranischen Stadt Sandschan sind laut staatlichen Medien drei Menschen ums Leben gekommen. Zwölf weitere wurden verletzt, berichtet die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna. Demnach seien ein Verwaltungsgebäude, ein Gästehaus, die Bibliothek sowie umliegende Gebäude in dem Komplex beschädigt worden. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Beschuss von Tanker: Kein Ölausfluss laut Behörden
Die Behörden von Dubai geben Entwarnung: Aus dem Tanker, der vor der Küste des Emirats beschossen wurde, sei kein Öl ausgetreten. Auch Verletzte gebe es nicht. Das Feuer sei gelöscht und der Vorfall unter Kontrolle.
Tanker vor der Küste von Dubai beschossen
Ein Tanker ist im Persischen Golf unter Beschuss geraten. Wie die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mitteilte, traf ein nicht näher beschriebenes Projektil das Schiff rund 57 Kilometer nordwestlich von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und löste einen Brand aus. Die Besatzung sei in Sicherheit, die Behörden ermittelten. Von wo und von wem das Geschoss abgefeuert wurde, war zunächst nicht bekannt. Zuvor hatten nach Angaben der Behörde zwei Geschosse im Persischen Golf vor Saudi-Arabien ein Containerschiff verfehlt.
Im Persischen Golf liegen wichtige Häfen und Verladestationen. Es handelt sich um einen Meeresabschnitt, der sich vor der für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Straße von Hormus befindet. Der seit mehr als vier Wochen von den USA und Israel angegriffene Iran hat mit Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch diese wichtige Meerenge nahezu zum Erliegen gebracht.
Rubio deutet Neubewertung der Nato durch USA an
US-Außenminister Marco Rubio hat Spanien und andere Nato-Partner für mangelnde Unterstützung im Krieg gegen Iran kritisiert – und eine spätere Neubewertung der Allianz durch die USA nahegelegt. Die USA müssten in einer Zeit, in der man die Verbündeten brauche, feststellen, dass Nato-Mitglied Spanien, zu dessen Verteidigung man sich verpflichtet habe, den Vereinigten Staaten die Nutzung seines Luftraums verweigere.
Spanien prahle mit dieser Verweigerung, sagte Rubio dem Sender Al Jazeera laut einer Mitschrift seines Ministeriums. Er bemängelte zudem, dass die USA in Spanien und andernorts auf Widerstand bei der Nutzung von Stützpunkten gestoßen seien. Mehr dazu lesen Sie hier.
Massiver US-Angriff auf Munitionsdepot in Isfahan
Die USA haben einem Medienbericht zufolge einen massiven Angriff auf ein großes Munitionsdepot in der iranischen Stadt Isfahan durchgeführt. Dafür hätten sie in der Nacht eine große Menge bunkerbrechende Bomben mit einem Gewicht von jeweils rund 2000 Pfund (etwa 900 Kilogramm) eingesetzt, berichtete das »Wall Street Journal« unter Berufung auf einen US-Beamten.
US-Präsident Donald Trump postete am Montagabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social einen Videoclip, der Explosionen zeigte. Er nannte dazu allerdings keinerlei Kontext. Der Zeitung zufolge handelte es sich dabei um ein Video des Angriffs in Isfahan. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Der 31 Sekunden lange Videoclip zeigt eine Reihe von Explosionen. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass nach dem ursprünglichen Angriff dort gelagerte Munition explodierte.
Vier Verletzte durch herabfallende Trümmerteile in Dubai
Herabfallende Trümmerteile eines abgefangenen Geschosses haben in Dubai Behördenangaben zufolge einen Brand ausgelöst und vier Menschen verletzt. Die Trümmer hätten ein Feuer in einem verlassenen Haus in al-Badaa entfacht, erklärte das Medienbüro der Metropole am Dienstagmorgen im Onlinedienst X. Vier Menschen in der Nähe des Hauses hätten leichte Verletzungen davongetragen.
Tanker vor der Küste von Dubai beschossen
Ein Tanker ist im Persischen Golf unter Beschuss geraten. Wie die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mitteilte, traf ein nicht näher beschriebenes Projektil das Schiff rund 57 Kilometer nordwestlich von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten und löste einen Brand aus. Die Besatzung sei in Sicherheit, die Behörden ermittelten. Von wo und von wem das Geschoss abgefeuert wurde, war zunächst nicht bekannt. Zuvor hatten nach Angaben der Behörde zwei Geschosse im Persischen Golf vor Saudi-Arabien ein Containerschiff verfehlt.
Im Persischen Golf liegen wichtige Häfen und Verladestationen. Es handelt sich um einen Meeresabschnitt, der sich vor der für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Straße von Hormus befindet. Der seit mehr als vier Wochen von den USA und Israel angegriffene Iran hat mit Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch diese wichtige Meerenge nahezu zum Erliegen gebracht.
Irans Parlamentsausschuss billigt Maut für Straße von Hormus
Irans Parlament geht weiter auf Konfrontationskurs zu US-Präsident Donald Trump: Der Sicherheitsausschuss des Parlaments hat den Gesetzentwurf für ein Mautsystem in der Straße von Hormus gebilligt. Der Vorschlag solle umgehend im Parlament beraten und verabschiedet werden, sagte das Ausschussmitglied, Modschtaba Sarei, der Nachrichtenagentur Fars.
Der Entwurf sieht laut Sarei außerdem vor, dass Schiffe aus den USA, Israel sowie aus Staaten, die in den vergangenen Jahren Sanktionen gegen Iran verhängt haben, die Meerenge nicht passieren dürfen. Auch Schiffe aus der EU wären davon betroffen. Die Maut soll laut Fars in der Landeswährung Rial erhoben werden. Iran will damit die Landeswährung Rial stärken und US-Sanktionen umgehen. Damit hat der Staat die volle Kontrolle über den Geldfluss.
Trump erwägt offenbar, Kriegskosten auf arabische Länder abzuwälzen
Die USA haben gemeinsam mit Israel den Krieg gegen Iran begonnen, ohne die internationale Gemeinschaft vorher zu konsultieren. US-Präsident Donald Trump erwägt nach Angaben des Weißen Hauses trotzdem, andere für den Krieg zahlen zu lassen. Dem Weißen Haus zufolge erwägt Trump, die arabischen Länder aufzufordern, die Kosten für den Krieg zu übernehmen.
»Ich denke, es ist etwas, woran der Präsident durchaus interessiert wäre, sie dazu aufzufordern«, sagt die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, vor Reportern auf die Frage, ob arabische Länder sich an den Kosten des Krieges beteiligen würden. »Es ist eine Idee, von der ich weiß, dass er sie hat, und etwas, worüber Sie meiner Meinung nach noch mehr von ihm hören werden.«
Israels Parlament stimmt für Todesstrafe
Wer wegen terroristischer Morde verurteilt wird, soll in Israel künftig hingerichtet werden können. Trotz heftiger Kritik an diesem Vorhaben auch aus dem Ausland hat das israelische Parlament den Gesetzentwurf zur Einführung der Todesstrafe für Terroristen nun gebilligt. Kritiker sehen das Gesetz als rassistisch an, weil es de facto nur Palästinenser betrifft. Deutschland hatte sich mit weiteren europäischen Ländern gegen das Gesetz ausgesprochen. Mehr dazu lesen Sie hier.
Nach stundenlanger Pause: Iran feuert Raketen auf Israel
Israel hat einen erneuten Raketenangriff aus Iran gemeldet. Die israelische Armee wies die Bürger an, bis auf Weiteres Schutzräume aufzusuchen. Im Großraum Tel Aviv heulten Warnsirenen, Einwohner berichteten von Explosionsgeräuschen. Das Nachrichtenportal »ynet« berichtet unter Berufung auf Rettungskräfte, es gebe keine Hinweise auf Verletzte. Eine Rakete sei offenbar in offenem Gelände niedergegangen. Es war der erste Raketenangriff aus Iran seit mehreren Stunden. Über die Zahl der abgefeuerten Raketen gibt es derzeit keine Angaben.
Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter
Im Krieg am Golf treffen weiterhin Angriffe auch die Golfstaaten. Bei einer Attacke auf eine Entsalzungsanlage in Kuwait wurde offiziellen Angaben zufolge ein Mensch getötet und ein Gebäude beschädigt. Bei einem weiteren Angriff seien zehn kuwaitische Soldaten verletzt worden, heißt es in einer Stellungnahme der Arabischen Liga. Iran bestritt nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim den Angriff auf die Entsalzungsanlage.
In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden elf Raketen und 27 Drohnen abgefangen, wie das Verteidigungsministerium des Landes auf der Plattform X mitteilt. Auch Saudi-Arabien und Katar melden den Abschuss von Drohnen. Bahrains Luftwaffe teilt mit, acht Raketen und sechs Drohnen in den vergangenen 24 Stunden abgefangen zu haben. Somit habe der Golfstaat seit Ausbruch des Irankriegs 182 Raketen und 398 Drohnen abgeschossen.
Israel fordert Bewohner von Dörfern im Westen Libanons zur Flucht auf
Das israelische Militär hat die Bewohner von sechs Dörfern der im Westen Libanons gelegenen Bekaa-Region aufgerufen, ihre Wohnorte zu verlassen. Es handelt sich um den ersten derartigen Aufruf für diese Gebiete. Das Militär erklärte, die Warnung sei durch militante Aktivitäten in der Region veranlasst worden, ohne weitere Details zu nennen.
Uno meldet Tod von zwei weiteren Blauhelmsoldaten
Nach einer Detonation im Libanon hat die Uno-Friedensmission Unifil nun den Tod zweier Blauhelmsoldaten gemeldet. Die beiden Indonesier seien ums Leben gekommen, nachdem eine Explosion »unbekannter Herkunft« ihr Fahrzeug zerstört hätte. Es hieß, ein dritter Blauhelmsoldat sei schwer verwundet worden und ein weiterer sei bei dem Vorfall, der sich in der Nähe der Gemeinde Bani Haiyyan ereignete, ebenfalls verletzt worden.
Nach Unifil-Angaben ist die aktuelle Explosion der zweite Vorfall innerhalb der vergangenen 24 Stunden, bei dem Soldaten der Truppe zwischen die Fronten geraten. Bei einer Explosion in einer Blauhelm-Stellung war am Sonntag ein ebenfalls indonesischer Soldat getötet worden.
Liebe Leserinnen und Leser,
der Krieg in Nahost geht weiter, Israel und die USA greifen Ziele in Iran an, das Regime in Teheran reagiert mit Gegenattacken. Der SPIEGEL hält Sie über alle wichtigen Entwicklungen wie gewohnt auf dem Laufenden. Was zuvor geschah, können Sie hier nachlesen.
Mit Material der Agenturen




