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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem Ende der Angriffe seines Landes auf Iran in zwei bis drei Wochen. Für eine Öffnung der Straße von Hormus sieht er andere Länder in der Verantwortung.
- Iran soll die USA laut Trump um eine Waffenruhe gebeten haben.
- In der Nacht zum Donnerstag deutscher Zeit will Trump eine »wichtige« Rede zum Irankrieg halten.
- Israel ist nach eigenen Angaben für einen »wochenlangen« Krieg aufgestellt. Für den Libanon hat Verteidigungsminister Israel Katz die Zerstörung aller Häuser in grenznahen Dörfern im Süden des Landes angekündigt.
- Die amerikanische Journalistin Shelly Kittleson ist in Bagdad verschleppt worden – womöglich in eine Hochburg irantreuer Milizen.
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- SPIEGEL-Titelstory: Aus Trumps Iran-Desaster wurde ein Krieg gegen die Weltwirtschaft
- Ausgerechnet JD Vance soll jetzt Trumps Irankrieg beenden. Der US-Präsident hat seinen Vize zum Verhandler mit dem Regime ernannt. Das kann ihn zum Helden machen. Oder seine Karriere gefährden.
📌Trump: Iran bittet angeblich um Waffenruhe
Das iranische Regime hat laut US-Präsident Donald Trump die USA um eine Waffenruhe gebeten. Das teilt er auf seiner Plattform Truth Social mit. »Wir werden darüber nachdenken, sobald die Straße von Hormus offen und frei ist«, schreibt Trump. Bis dahin werde man Iran weiter angreifen und »in die Steinzeit« bomben.
Kurz darauf aktualisierte Trump seinen Post auf Truth Social und gab an, dass er mit »dem neuen Regime-Präsident« Irans gesprochen, der »weitaus intelligenter und weniger radikal« sei als seine Vorgänger. Wen genau der US-Präsident damit meinte, führte er nicht aus.
Franziska Wunderlich
Newsdesk

Bundesregierung äußert sich gelassen zu Trumps Nato-Drohung
In Reaktion auf die jüngste Drohung von US-Präsident Donald Trump gegen die Nato zeigt sich die Bundesregierung unaufgeregt: »Das hat er nicht zum ersten Mal gemacht«, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. »Da es ein wiederkehrendes Phänomen ist, können Sie auch die Folgen etwa selbst beurteilen«, fügte er in Anspielung auf frühere Äußerungen Trumps hinzu.
Im Interview mit der britischen Zeitung »The Daily Telegraph« hatte Trump mit dem Austritt seines Landes aus dem Verteidigungsbündnis gedroht. Grund sei die mangelnde Unterstützung der Verbündeten im Irankrieg.
Trump denkt offenbar über Nato-Austritt der USA nach
Der US-Präsident äußert sich immer wieder frustriert darüber, dass sich andere Nato-Mitglieder weitestgehend aus dem Irankrieg heraushalten. Im Interview mit der britischen Zeitung »The Daily Telegraph« hat er nun mit dem Austritt seines Landes aus dem Verteidigungsbündnis gedroht.
Darin bezeichnete Donald Trump das Bündnis als »Papiertiger«. Er habe schon lange Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Nato gehabt. Es stehe »nicht mehr zur Debatte«, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Irankriegs überdacht werden müsse, sagte Trump.
Zuvor hatte auch US-Außenminister Marco Rubio eine Veränderung des Verhältnisses der USA zur Nato für die Zeit nach dem Irankrieg angedeutet. »Es besteht leider kein Zweifel daran, dass wir, nachdem dieser Konflikt beendet ist, diese Beziehung neu bewerten müssen«, sagte Rubio am Dienstag in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Dabei müsse der »Wert der Nato« betrachtet werden. Lesen Sie hier die ganze Meldung.
Preissprung um 4,8 Cent in fünf Minuten
Ab heute gilt das Spritpreispaket. Tankstellen dürfen nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr mittags, die Preise anheben. Und das taten sie heute auch. Nachdem der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 kurz vor 12 Uhr bei 2,099 Euro lag, ist er Berechnungen des ADAC zufolge bis kurz nach 12 Uhr auf 2,147 Euro gestiegen, also um 4,8 Cent innerhalb weniger Minuten. (Mehr dazu lesen Sie hier).
Leseempfehlung: Ab heute gilt’s – das bringt Ihnen das Spritpreispaket
Die Regierung hat neue Regeln für Tankstellen beschlossen. Lesen Sie hier, was genau an diesem Mittwoch in Kraft tritt und was es für Autofahrer bedeutet.
Bagdad: Suche nach verschleppter Journalistin
Einen Tag nach ihrer Entführung ist weiter unklar, wo sich die US-amerikanische Journalistin Shelly Kittleson aufhält. Kittleson soll laut einer Augenzeugin am Dienstag von mehreren vermummten Entführern auf einer Straße in Bagdad, Irak, in ein Auto gezerrt worden sein. Laut Angaben der US-Behörden wurde sie Tage zuvor gewarnt. Sie vermuten, dass die schiitische Gruppe Kataib Hisbollah, die dem iranischen Regime nahesteht, hinter der Entführung stecken könnte. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Die irakischen Behörden, die bei der Suche nach Kittleson mit den USA zusammenarbeiten, haben die Vermutung bisher nicht bestätigt.
Trump denkt offenbar über Nato-Austritt der USA nach
Der US-Präsident äußert sich immer wieder frustriert darüber, dass sich andere Nato-Mitglieder weitestgehend aus dem Irankrieg heraushalten. Im Interview mit der britischen Zeitung »The Daily Telegraph« hat er nun mit dem Austritt seines Landes aus dem Verteidigungsbündnis gedroht.
Darin bezeichnete Donald Trump das Bündnis als »Papiertiger«. Er habe schon lange Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Nato gehabt. Es stehe »nicht mehr zur Debatte«, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Irankriegs überdacht werden müsse, sagte Trump.
Zuvor hatte auch US-Außenminister Marco Rubio eine Veränderung des Verhältnisses der USA zur Nato für die Zeit nach dem Irankrieg angedeutet. »Es besteht leider kein Zweifel daran, dass wir, nachdem dieser Konflikt beendet ist, diese Beziehung neu bewerten müssen«, sagte Rubio am Dienstag in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Dabei müsse der »Wert der Nato« betrachtet werden. Lesen Sie hier die ganze Meldung.
Hoffnung auf Kriegsende lässt Dax steigen
An den Finanzmärkten gibt es Hoffnung auf ein absehbares Ende des Irankriegs. Der Dax legte am Mittwochvormittag zwischenzeitlich um 2,0 Prozent auf 23.131 Punkte zu. Im März hatte der deutsche Leitindex infolge des Krieges im Nahen Osten rund zehn Prozent eingebüßt. Optimismus macht sich zudem bei den Ölpreisen bemerkbar, die als Gradmesser für die Konjunktur- und Inflationssorgen der Anleger gelten. Rohöl der Sorte Brent zur Lieferung im Juni fiel am Morgen unter die viel beachtete Marke von 100 US-Dollar je Barrel.
Öl- und Gaspreise sinken
Nachdem US-Präsident Donald Trump ein Ende des Irankriegs in Aussicht gestellt hatte, sind die Ölpreise am Morgen leicht gesunken. Dabei hielten sich die Notierungen weiter über der Marke von 100 US-Dollar. Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Juni kostete 103,07 US-Dollar je Barrel (159 Liter) und damit knapp einen Dollar weniger als am Vortag.
Ähnlich entwickelte sich auch der Preis für europäisches Erdgas: An der Börse in Amsterdam sank die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um etwa sechs Prozent auf 47,70 Euro je Megawattstunde (MWh). Bereits am Vortag war der Preis deutlich gefallen, sodass sich Erdgas seit Beginn der Woche um fast 15 Prozent verbilligt hat.
Franziska Wunderlich
Newsdesk

Leseempfehlung: So viel teures Gerät haben die Amerikaner im Irankrieg bereits verloren
Washington musste am Persischen Golf schon einige empfindliche Treffer hinnehmen. Trotz ständiger Bombardements können die Iraner noch immer erfolgreich zurückschlagen. Dahinter ist eine Methode erkennbar. Lesen Sie hier den Text meines Kollegen Oliver Imhof.
Wirtschaftsinstitute erwarten nur noch Wachstum von 0,6 Prozent
Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für 2026 angesichts der durch den Irankrieg stark gestiegenen Energiepreise mehr als halbiert. Sie erwarten für das laufende Jahr eine Zunahme der deutschen Wirtschaftsleistung von 0,6 Prozent und für 2027 um 0,9 Prozent, wie aus dem Frühjahresgutachten der fünf Institute hervorging. Im Herbst hatten die Ökonomen noch mit einem Wachstum von 1,3 beziehungsweise 1,4 Prozent gerechnet.
»Der Energiepreisschock im Zuge des Irankriegs trifft die Erholung hart, gleichzeitig stützt aber die expansive Fiskalpolitik die Binnenwirtschaft und verhindert ein stärkeres Abrutschen«, erklärte der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Timo Wollmershäuser. Lesen Sie hier mehr dazu.
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Die Regierung hat neue Regeln für Tankstellen beschlossen. Lesen Sie hier, was genau an diesem Mittwoch in Kraft tritt und was es für Autofahrer bedeutet.
Öl- und Gaspreise sinken
Nachdem US-Präsident Donald Trump ein Ende des Irankriegs in Aussicht gestellt hatte, sind die Ölpreise am Morgen leicht gesunken. Dabei hielten sich die Notierungen weiter über der Marke von 100 US-Dollar. Rohöl der Sorte Brent mit Lieferung im Juni kostete 103,07 US-Dollar je Barrel (159 Liter) und damit knapp einen Dollar weniger als am Vortag.
Ähnlich entwickelte sich auch der Preis für europäisches Erdgas: An der Börse in Amsterdam sank die Notierung für den richtungsweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um etwa sechs Prozent auf 47,70 Euro je Megawattstunde (MWh). Bereits am Vortag war der Preis deutlich gefallen, sodass sich Erdgas seit Beginn der Woche um fast 15 Prozent verbilligt hat.
Leseempfehlung: Minister für maximale Tödlichkeit
Pete Hegseth wird zum Gesicht des missglückten Irankriegs. Es scheint ihm zu gefallen. Der US-»Kriegsminister« ist einer der größten Befürworter der Angriffe – und wollte mutmaßlich daran verdienen. Lesen Sie hier den Text meiner Kollegin Nicola Abé.
Tote und Verletzte in Beirut
Und auch im Libanon gehen die Luftangriffe weiter: Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht erneut Ziele in der Hauptstadt Beirut ausgeführt. Es seien ein ranghoher Kommandeur der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz sowie ein weiterer »Terrorist« getroffen worden, teilte die israelische Armee auf Telegram mit. Nach vorläufigen Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen mindestens fünf Menschen getötet und 21 weitere verletzt.
Bewohner berichteten von lauten Explosionen und Bränden in der Nähe des internationalen Flughafens von Beirut. Die Hisbollah hatte zuvor erneut Raketen und Drohnen auf den Norden Israels gefeuert. Der israelische Rettungsdienst meldete mehrere Verletzte, darunter auch ein Kind, das leicht verletzt worden sei.
Israelische Armee will iranische Chemiefabrik getroffen haben
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in Iran einen Hauptlieferanten für die mutmaßliche Entwicklung von Chemiewaffen bombardiert. Das Werk, das sich als ziviles Unternehmen ausgegeben habe, habe dem Machtapparat chemische Substanzen, darunter Fentanyl, für die Forschung und Entwicklung chemischer Waffen geliefert, behauptete die Armee in der Nacht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Es ist nicht bekannt, ob Iran zuletzt tatsächlich an der Entwicklung von Chemiewaffen für den militärischen Einsatz arbeitete.
Kuwaits Flughafen von Drohnen angegriffen
Kuwait ist erneut unter Beschuss durch Drohnen geraten. Treibstofftanks am internationalen Flughafen seien getroffen worden, teilte die Zivilluftfahrtbehörde des Landes in der Nacht auf der Plattform X mit. Einsatzkräfte seien im Einsatz. Nach ersten Erkenntnissen sei durch den Beschuss nur Sachschaden entstanden. Berichte über Verletzte gebe es nicht.
Iran greift auch mehr als vier Wochen nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe seine benachbarten Golfstaaten, die US-Militärstützpunkte beherbergen, mit Raketen und Drohnen an.
Fifa-Chef Infantino: Iran wird bei Fußball-WM in USA spielen
Kommen Irans Fußballer zur WM in die USA? Für den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino ist die Frage offenbar geklärt. Iran werde seine WM-Spiele im Juni in den USA austragen – trotz des andauernden Kriegs mit den USA. »Die Spiele finden wie geplant statt«, sagte er am Dienstag Reportern in Antalya, wo die iranische Nationalmannschaft ein Trainingslager abhält. Iran sei »eine sehr, sehr starke Mannschaft«. Er habe die Mannschaft gesehen und mit Spielern und Trainern gesprochen.
US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Monats erklärt, die iranische Nationalmannschaft sei zwar in den USA willkommen, dies sei aber möglicherweise nicht förderlich für ihre Sicherheit. Das iranische Team muss laut Spielplan in der Vorrunde zweimal in Los Angeles und einmal in Seattle antreten. Irans Fußballverband (FFIRI) hatte sich für eine Verlegung der drei Partien nach Mexiko eingesetzt. Erschwerend hinzu kommt ein Reiseverbot für Nationalmannschaften und Vereinsmannschaften – nach Kriegsausbruch verhängt vom iranischen Sportministerium für Länder, die Iran als feindlich einstuft.
US-Präsident kündigt »wichtige« Rede zum Irankrieg an
Donald Trump hat eine »wichtige« Rede zum Stand des Irankriegs angekündigt. Er werde am Mittwoch um 21 Uhr Ortszeit (3 Uhr MESZ am Donnerstag) in einer Rede an die Nation ein »wichtiges Update« zum Iran geben, teilte seine Sprecherin Karoline Leavitt mit.
Kurz zuvor hatte der US-Präsident gesagt, die USA würden ihre Angriffe in Iran in zwei bis drei Wochen beendet haben. Er denke, sein Land werde noch »vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tage länger« brauchen, sagte er. Für ein Ende des US-Militäreinsatzes müsse es keinen Deal mit Iran geben, sagte Trump. Das sei »irrelevant«, da man dafür sorge, dass die Machthaber der Islamischen Republik keine Atomwaffen bauen könnten. Die USA führen zusammen mit Israel seit bereits mehr als vier Wochen Krieg gegen Iran.
Netanyahu kündigt Fortführung des Irankriegs an
US-Präsident Donald Trump sieht ein baldiges Ende des Kriegs gegen Iran – Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat eine Fortführung der Angriffe angekündigt. »Die Kampagne ist noch nicht vorbei«, sagte Netanyahu in einer am Dienstag übertragenen Fernsehansprache und fügte an: »Wir werden das Terrorregime weiterhin zerschlagen.« Israel sei seiner »Mission treu geblieben«, habe »das Gesicht des Nahen Ostens verändert« und sich zu einer »Regionalmacht« entwickelt, sagte Netanyahu weiter.
Der führende israelische Oppositionspolitiker Yair Lapid kritisierte Netanyahu für seine Rede scharf. Er habe »zum tausendsten Mal die arrogante Rede mit der Aussage ›Ich habe den Nahen Osten verändert‹ gehalten«, sagte Lapid. »Du hast den Nahen Osten beinahe verändert«, sagte er mit Blick auf Netanyahu. »Am Ende stellt sich immer heraus, dass er sich doch nicht verändert hat.«
Mehrheit der US-Bürger für schnelles Ende des Irankriegs
Zwei Drittel der US-Bürger wünschen sich einer Umfrage zufolge ein schnelles Ende der amerikanischen Beteiligung am Krieg gegen Iran. Selbst wenn dies bedeute, dass die Ziele der Trump-Regierung nicht erreicht würden, sprachen sich 66 Prozent der Befragten für einen raschen Abzug aus, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters und des Instituts Ipsos hervorgeht.
Ein längeres Engagement, um die Mission zu erfüllen, befürworteten 27 Prozent. Insgesamt lehnten 60 Prozent der 1021 von Freitag bis Sonntag Befragten die US-Angriffe auf Iran ab, während 35 Prozent sie guthießen.
Unter den Anhängern von Trumps Republikanern sprachen sich 40 Prozent für ein schnelles Ende des Konflikts aus, selbst wenn dadurch die Ziele der USA nicht erreicht würden. 57 Prozent befürworteten ein längeres Engagement.
Libanon meldet mindestens acht Tote nach israelischen Luftangriffen
Bei israelischen Luftangriffen auf mehrere Orte im Süden des Libanon sind am Dienstag nach offiziellen libanesischen Angaben mindestens acht Menschen getötet worden. Demnach kamen in der Gegend um die Küstenstadt Tyros drei Menschen ums Leben, in der Region um Sidon seien vier weitere Menschen gestorben.
Im unweit der Grenze zu Israel gelegenen Bint Dschubail wurde demnach ein Treffpunkt einer Rettungsorganisation getroffen, die mit der von Iran finanzierten Hisbollah-Miliz verbunden ist. Dabei wurden laut dem Ministerium ein Sanitäter getötet und 13 weitere Menschen verletzt.
Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Damals feuerte die von Iran unterstützte Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Soldaten über die Grenze.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz bekräftigte am Dienstag die Absicht, bis auf Weiteres Teile des Südlibanons zu besetzen. Von dort aus vertriebene Bewohner dürften erst zurückkehren, wenn die Sicherheit der Bewohner im Norden Israels gewährleistet sei.
Heftige Angriffe im Libanon und in Israel
Die Hisbollah-Miliz feuert weiterhin Raketen und Drohnen auf Israel. In mehreren Gebieten im Norden des Landes heulten am Abend immer wieder die Warnsirenen. Betroffen war auch die Küstenstadt Haifa. Im westlichen Teil Galiläas gab es nach Angaben der Zeitung »Haaretz« innerhalb einer Stunde sechsmal Raketenalarm. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete mehrere Verletzte in Nordisrael, darunter ein Kind, das leicht verletzt worden sei.
Israels Armee teilte mit, die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz habe im Laufe des Tages Dutzende Drohnen und Raketen auf Israel gefeuert. Die Hisbollah reklamierte mehrere Angriffe auf Israel für sich.
Währenddessen greift auch Israel im Libanon weiter an. Nach offiziellen libanesischen Angaben sind bei israelischen Luftangriffen am Dienstag mindestens acht Menschen getötet worden. Vor einem Bombardement in den südlichen Vororten von Beirut hatte das israelische Militär Menschen in einem Gebäude und angrenzenden Häusern aufgerufen, diese zu verlassen, da sie sich in der Nähe einer »Einrichtung der Hisbollah« befänden. Die dicht besiedelten Vororte im Süden Beiruts gelten als Hochburg der Miliz.
Papst appelliert direkt an Trump
Papst Leo hat US-Präsident Donald Trump dazu aufgerufen, einen »Ausweg« zur Beendigung des Irankriegs zu suchen. »Mir wurde gesagt, dass Präsident Trump kürzlich erklärt habe, er wolle den Krieg beenden.«
»Hoffentlich sucht er nach einem Ausweg« so der amerikanische Pontifex in Castel Gandolfo. »Hoffentlich sucht er nach einem Weg, die Gewalt zu verringern.«
Leo, der für seine bedachte Wortwahl bekannt ist, hat in den vergangenen Wochen seine Kritik am Irankrieg verstärkt. Am Sonntag sagte er, dass Gott die Gebete von Machthabern mit »blutbefleckten Händen« zurückweise.
Nun beklagte er die Zahl der Toten und erklärte, er hoffe auf ein Ende der Gewalt vor Ostern. »Es gab so viele Tote, darunter auch unschuldige Kinder«, so der Papst. »Lasst uns unaufhörlich für den Frieden eintreten.«
Bombeneinschläge in der Nähe des Büros der Weltgesundheitsorganisation
Nahe dem Teheraner Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in den vergangenen zwei Nächten Einschläge registriert worden. Das teilte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X mit. Alle Mitarbeiter des WHO-Büros in Iran seien wohlauf und unverletzt, schrieb er. Es seien lediglich Fensterscheiben zu Bruch gegangen. »Angriffe, die den Betrieb von WHO und anderen Uno-Organisationen stören und deren bekannte Einrichtungen beschädigen, sind inakzeptabel und müssen unter allen Umständen verhindert werden«, so Tedros weiter.
Pakistan und China sprechen sich für Frieden in Nahost aus
Nach einem Treffen der Außenminister Chinas und Pakistans in Peking haben die Länder gemeinsame Positionen zum Krieg in Nahost vorgestellt. »China und Pakistan fordern eine sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und größtmögliche Anstrengungen, um eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern«, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme. Zudem solle humanitäre Hilfe in die vom Krieg betroffenen Gebiete vorgelassen und eine normale Passage der Straße von Hormus ermöglicht werden.
Pakistan hatte sich zuletzt um Vermittlung zwischen den USA und Iran bemüht. Am Wochenende hatte Islamabad die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei zu Gesprächen über den Irankrieg empfangen. Pakistans Außenminister Ishaq Dar war infolge zu Gesprächen nach China aufgebrochen. China und Pakistan gelten als strategische Partner.
Liebe Leserinnen und Leser,
der Krieg in Nahost geht weiter, Israel und die USA greifen Ziele in Iran an, das Regime in Teheran reagiert mit Gegenattacken. Der SPIEGEL hält Sie über alle wichtigen Entwicklungen wie gewohnt auf dem Laufenden. Was zuvor geschah, können Sie hier nachlesen.
Mit Material der Agenturen





