Netanjahu inszeniert sich als Staatsmann – doch Trump fehlt
Israels Premierminister nutzt die Unabhängigkeitsfeiern für eine Machtdemonstration. Doch ausgerechnet US-Präsident Trump, sein wichtigster Verbündeter, sagt ab. Ein Affront mit Symbolkraft.
Zum israelischen Unabhängigkeitstag Ende dieser Woche sollte ein großes politisches Spektakel stattfinden. Premierminister Benjamin Netanjahu wollte sich als gut vernetzter Staatsmann präsentieren – auch mit Blick auf die im Oktober anstehende Parlamentswahl. Mit dem argentinischen Präsidenten Javier Milei kommt immerhin ein prominanter Gast, der als erster ausländischer Staatsführer die zeremonielle Fackel anzünden wird.
Doch es gibt einen prominenten Ausfallfall: Donald Trump wird nicht erscheinen. Der US-Präsident sollte als erster Amerikaner den Israel-Preis erhalten, sagte aber kurzfristig ab – nicht einmal eine virtuelle Teilnahme ist vorgesehen. Das Weiße Haus bestätigte die Absage bereits vergangene Woche.
Die Nachricht wirkt wie ein Bruch. Bislang galt Trump als Netanjahus engster internationaler Verbündeter. Doch genau an diesem Punkt wird ein Widerspruch sichtbar: Obwohl der israelische Premier über beispiellos gute Kontakte zu Staaten weltweit verfügt, wächst gleichzeitig die politische Isolation seines Landes. Trumps Verzicht ist ein deutliches Signal für diese Realität.