Mailand: Restaurierter Stier sorgt für Empörung
Das berühmte Mosaik in Mailands Galleria Vittorio Emanuele II wurde saniert – doch die fehlenden Genitalien des Stiers lösen einen Sturm der Entrüstung aus.
In Mailands historischer Einkaufspassage Galleria Vittorio Emanuele II ist seit Montag ein restauriertes Mosaik zu sehen, das heftige Reaktionen ausgelöst hat. Der sogenannte »Toro Rampante«, ein aufbäumender Stier aus dem 19. Jahrhundert, verliert nach der Sanierung ein wesentliches Merkmal: seine Hoden sind verschwunden. Das Kunstwerk zeigte sich nach jahrelanger Abnutzung mit einem schwarzen Loch statt der ursprünglichen Darstellung.
Besonders bemerkenswert ist die Geschichte dahinter: Der Stier war über Jahrzehnte zum Symbol eines populären Rituals geworden. Besucher stellten sich mit der Ferse auf die Intimteile des Stiers und drehten sich dreimal um die eigene Achse – angeblich für Glück und eine sichere Rückkehr nach Mailand. Dieses Ritual führte zur massiven Abnutzung, was schließlich die Sanierung notwendig machte.
Die fehlende Rekonstruktion hat nun eine Welle der Empörung ausgelöst. Social-Media-Nutzer kritisierten nicht nur die fehlenden Hoden, sondern auch die handwerkliche Qualität der Restaurierung. Manche vermuteten dahinter Zensur, andere werfen der Stadt Verschwendung öffentlicher Mittel vor – die Sanierung kostete rund 30.000 Euro. Die zentrale Frage bleibt: Funktioniert der Glücksbringer auch ohne seine anatomischen Besonderheiten?